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	<title>medienleiter</title>
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	<description>markus leiter bloggt über medien, kultur &#38; politik</description>
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		<title>Markenbildung: Die Chance der freien Journalisten auf eine bessere Zukunft</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 22:07:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Proteste rund um die geplatzte Bestellung Niko Pelinkas zum Büroleiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz haben neben der Debatte um Parteieneinfluss auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Postenschacherpraktiken ein weiteres Thema aufs öffentliche Tapet gebracht: das Prekariat der freien ORF-Redakteure. Während &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2012/01/24/markenbildung-die-chance-der-freien-journalisten-auf-eine-bessere-zukunft/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=609&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Proteste rund um die geplatzte Bestellung Niko Pelinkas zum Büroleiter von <em>ORF</em>-Generaldirektor Alexander Wrabetz haben neben der Debatte um Parteieneinfluss auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Postenschacherpraktiken ein weiteres Thema <a href="http://derstandard.at/1325485794297/Freie-ORF-Mitarbeiter-Randnotiz-aus-dem-Prekariat">aufs öffentliche Tapet gebracht</a>: das <strong>Prekariat</strong> der freien ORF-Redakteure. Während die &#8222;Causa  Pelinka&#8220; ob der hohen symbolischen Verdichtung (Pelinka als Symbol des Packeleiaufsteigers vs. ZiB-Redakteure als Symbol eines unabhängigen ORF) sofort stark emotionalisierte, taugt die &#8222;Hungerlohn&#8220;-Thematik nicht wirklich zur Socialmedia-Lawine. Leider.</p>
<p>Dennoch ist das Anliegen, das ich in verschiedenen Medienunternehmen aus nächster Nähe beobachten konnte, natürlich ein wichtiges. Gestern habe ich dazu ein sehr spannendes <a href="http://barbarakaufmann.wordpress.com/2012/01/23/protest-gehort-verstanden/">Blogpost</a> der freien <em>Ö1</em>-Journalistin Barbara Kaufmann gelesen. Darin stellt sie den Wert der durch die Freelancer für das Unternehmen erbrachten Leistung der Wert-schätzung durch die Geschäftsführung desselben gegenüber. Interessant dabei: <strong>monetäre und persönliche Wertschätzung werden (zu Recht) als verknüpft empfunden</strong>:</p>
<blockquote><p>Denn natürlich lautet die Botschaft einer Honorarnote, deren Summe nicht einmal annähernd in Relation zur erbrachten Leistung steht, implizit: mehr bist du uns nicht wert!</p></blockquote>
<p>Das Gefühl kenne ich aus eigener Erfahrung. Die Formen des Umgangs mit dem Protest dagegen (Vertrösten auf bessere Zeiten etc.) ebenfalls. Und auch das Killerargument in Form des beinharten Realitätsprinzips: &#8222;es gibt da draußen genug Leute, die auf Euren Job nur warten und dieselbe Arbeit für noch weniger Kohle machen würden.&#8220; In der Tat: Medienarbeit weckt Enthusiasmus und lässt einen lange Zeit Prekariatszustände bereitwillig ertragen, weil die journalistische Tätigkeit als solche ausreichend Job-Satisfaction bietet. Für eine gewisse Zeit. Irgendwann versteht man nicht mehr, warum man sich als Dank für sein Engagement ausnutzen lässt.</p>
<p>Neben dem (öffentlichem Socialmedia-) Protest gegen ungerechte  Prekariatszustände haben freie Journalisten aber noch eine andere Möglichkeit, den Mehr-Wert ihrer Leistung gegenüber dem <del>Arbeit</del> Auftraggeber geltend zu machen. Dazu erforderlich ist ein bisschen <strong>unternehmerisches Denken, indem man sich und seine journalistische Arbeit als Marke zu begreifen beginnt</strong>. (Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig dies für Journalisten sein kann, wenn sie für ihre Arbeit und das damit verbundene Berufsethos brennen.) Wie bei materiellen wird auch bei journalistischen Produkten der Wert erst in Verbindung mit dem entsprechenden <strong>Branding</strong> spürbar. Dazu braucht es entsprechendes Marketing. Personen- oder <strong>Selbstmarketing</strong> heißt, sein öffentliches Profil und seine Stärken gezielt in Szene zu setzen. Eine gute Plattform für Selbstmarketing sind <strong>Blogs</strong> (natürlich auch Videoblogs etc.), wo man zum einen seine Beiträge für den jeweiligen Auftraggeber aggregieren und zum anderen durch kurze regelmäßige Posts sein öffentliches Standing als Experte in einem bestimmten Bereich schärfen kann. Durch Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen Spezialisten kann man sich über die geteilten Inhalte oftmals recht rasch eine Audience schaffen und so den eigenen Marktwert  erhöhen. Das Prestige, für ein bedeutendes Medienunternehmen tätig zu sein, ist dabei natürlich hilfreich.</p>
<p>Freilich bedarf es, damit echter Nutzen in Form der angestrebten (Selbst-)Markenbildung entsteht, eines strategisch durchgeplanten Zugangs. <em>ZEIT Online</em>-Redakteur <a href="http://community.zeit.de/user/sascha-venohr">Sascha Venohr</a> hat beim letztjährigen <a href="http://scoopcamp.de">scoopcamp</a> freien Redakteuren <strong>Mut zur Spezialisierung</strong> geraten. Das gilt natürlich auch und gerade für die Profilbildung, die für den (imaginären) Marktwert von Journalisten so entscheidend ist. Welche 5 Stufen dabei zu meistern sind, hat <strong>Ulrike Langer</strong>, Betreiberin des Blogs <a href="http://medialdigital.de/">medialdigital</a> und die m.E. beste Medienjournalistin im deutschen Sprachraum, in dieser Präsentation anschaulich gemacht:</p>
<iframe src='http://www.slideshare.net/slideshow/embed_code/8492736' width='640' height='525'></iframe>
<p>Auch wenn in der Präsentation von Frau Onlinejournalisten im Fokus stehen, so lassen sich die fünf Stufen auch gut für Radio- und TV-Journalisten adaptieren. Have a look!</p>
<p>Nun kann man einwenden, dass für Journalisten, die bereits in einem Unternehmen arbeiten wie Angestellte (mit dem einzigen Unterschied, dass sie Prekariatslöhne erhalten) die Markenbildungsstrategie nichts bringt, weil ja &#8211; Killerargument! &#8211; genug Bewerber vor der Redaktionstüre warten, die kein Geld wollen.  Dem halte ich zweierlei entgegen:</p>
<p>zum einen sind gerade die <strong>Mitarbeiter, die (intern wie öffentlich) als Spezialisten gebrandet sind, diejenigen, die für Unternehmen als unverzichtbar gelten</strong>. Da wird im Bedarfsfall &#8211; o Wunder! &#8211; plötzlich auch der finanzielle Spielraum größer. Nicht flächendeckend, aber immerhin für einzelne. (Eignung und Fähigkeit haben natürlich ursächlich nichts mit Selbstmarketing zu tun, aber Sie wissen ja, der Wert eines Produkts definiert sich über das Zusammenspiel von Leistung und MARKE).</p>
<p>Zum anderen verändert die Branding-Strategie auch die <strong>psychologische Beziehung des Redakteurs zum Arbeitgeber</strong>. Und nicht zuletzt hebt sie das Selbstwertgefühl des Journalisten. Ähnelt der Status vieler freier Mitarbeiter gegenwärtig &#8211; auch in der Eigenwahrnehmung &#8211;  dem von Bettlern, die froh sein müssen, überhaupt für einen Almosen arbeiten zu dürfen, so ist die Beziehung zweier Marken bzw. Unternehmen zueinander doch schon eher eine auf Augenhöhe. <strong>Der Wert des Mitarbeiters wird zum öffentlich deklarierten Gut ist und ist nicht mehr alleine vom Arbeit- bzw. Auftraggeber abhängig, der diesen gnädig bestimmt.</strong> Dass der durch Self-Branding erzeugte Druck die Chancen auf finanzielle Wertanpassung eher erhöht als nur das Appellieren an Gerechtigkeit, dürfte feststehen. Zumal sich dies auch betriebswirtschaftlich argumentieren lässt: steigt der Wert einer Marke, mit der im Tagesgeschäft operiert wird, dann steigt der Return on Investment (ROI) und das Branding der Medienmarke. Was wäre z.B. die <em>ZiB2</em> ohne das Image von Armin Wolf&#8230;? Vom  Prestige der Mitarbeiter profitieren letztlich am allermeisten die Medienunternehmen selbst, im Kampf und Klicks und Quoten.</p>
<p>Mir ist klar, dass der von Ulrike Langer präsentierte 5-Stufen-Weg (aus verschiedenen Gründen) nicht für alle Journalisten gangbar ist, für manche könnte er aber doch Chancen für eine bessere Zukunft bieten. Und Hand aufs Herz: ein bisschen unternehmerischer Geist tut der journalistischen Redlichkeit keinen Abbruch. Eher im Gegenteil.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/medienleiter.wordpress.com/609/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/medienleiter.wordpress.com/609/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/medienleiter.wordpress.com/609/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/medienleiter.wordpress.com/609/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/medienleiter.wordpress.com/609/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/medienleiter.wordpress.com/609/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/medienleiter.wordpress.com/609/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/medienleiter.wordpress.com/609/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/medienleiter.wordpress.com/609/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/medienleiter.wordpress.com/609/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/medienleiter.wordpress.com/609/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/medienleiter.wordpress.com/609/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/medienleiter.wordpress.com/609/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/medienleiter.wordpress.com/609/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=609&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>medienleiter proudly presents: datenleiter! &#8211; #Datenjournalismus #OpenData</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 17:43:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach medienleiter &#38; gourmetleiter folgt nun der dritte Streich im Leiter&#8217;schen Blogimperium: datenleiter. Nun, wo Open Data nicht mehr wegzudenken ist aus den digitalen Mediendiskursen unserer Tage und Data Driven Journalism (DDJ) ein Thema ist, mit dem ich mich seit gut 2 1/2 Jahren intensiv auseinandersetze, ist es an &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2012/01/23/medienleiter-proudly-presents-datenleiter-datenjournalismus-opendata/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=603&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach <em>medienleiter</em> &amp; <a href="http://gourmetleiter.blogspot.com/">gourmetleiter</a> folgt nun der dritte Streich im Leiter&#8217;schen Blogimperium: <strong><a href="http://datenleiter.blogspot.com/">datenleiter</a></strong>. Nun, wo <strong>Open Data</strong> nicht mehr wegzudenken ist aus den digitalen Mediendiskursen unserer Tage und <strong>Data Driven Journalism (DDJ)</strong> ein Thema ist, mit dem ich mich seit gut 2 1/2 Jahren intensiv auseinandersetze, ist es an der Zeit, selbst datenjournalistisch aktiv zu werden.</p>
<p>Wenn Sie das <em>medienleiter</em>-Blog kennen, werden Sie bemerkt haben, dass DDJ und OpenData hier immer wieder Thema sind. Sie werden sich vielleicht fragen, warum ich mein Vorhaben nicht im Rahmen der bereits bestehenden Struktur umsetze. Der Grund ist folgender: <em>medienleiter</em> ist auf der Metaebene angesiedelt, es ist Reflexion, Analyse und Versenkung ins Detail, kurzum: der LANGE Atem meiner Beschäftigung mit digitalen Medien und ihren Verstrickungen in ökonomische, politische und kulturelle Zusammenhänge. Dazu kommt: <em>medienleiter</em>ist extrem textlastig, ein <a href="http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/computer-internet/adrian-holovaty-im-interview-journalisten-sollten-programmieren-koennen-1856693.html">BLOB</a>-Gebilde par excellence &#8211; für das Großhirn (abstraktes Denken) ein Genuss <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> , für die Binärstrukturen von Computern dafür ein Graus <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> </p>
<p><em>datenleiter</em> ist dagegen schonungslose Praxis, hier wird auf Erkenntnisvermittlung im KURZEN Zeitintervall gesetzt. Und: Seine Basis sind <strong>maschinenverarbeitete Datensätze</strong>.<br />
<strong><br />
</strong>Auch die journalistische Dimension ist bei <em>datenleiter </em>eine ganz andere: während es beim (analytischen) Textjournalismus immer um das Hinzufügen von Aspekten, Nuancen etc. geht, so ist<strong> </strong><strong>Datenjournalismus</strong> vom Prinzip her mit der Bildhauerei verwandt: in die Masse von Facts &amp; Figures werden Konturen eingemeißelt, um so die Antlitze der in ihnen lauernden <strong>Geschichten sichtbar zu machen</strong>. Wie der Bildhauer arbeitet auch der Datenjournalist <strong>reduktionistisch</strong>: wird dort Stein weggehauen und -gekratzt, so sind es in unserem Gewerbe die unnötigen Daten, die entfernt werden müssen, da sie den Blick auf die Geschichte(n) und ihre wesentlichen Komponenten verstellen. Der Begriff &#8222;Daten-satz&#8220; erhält auf diese Weise neben seiner binären Bedeutung auch eine klassisch narrative.</p>
<p>Aus der Summe dieser Überlegungen heraus erschien es mir sinnvoller, <em>madienleiter</em> und <em>datenleiter</em> getrennt voneinander zu betreiben. (Einen so langen Text wie diesen werden Sie im <em>datenleiter</em>-Blog auch nie mehr finden. Versprochen!)</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Diese 6 W&#8217;S erwarten Sie bei <em>datenleiter</em>:</span></strong></p>
<ul>
<li><strong>Wer?</strong> Markus Leiter aka medienleiter</li>
<li><strong>Was?</strong> Themen quer durch durch das (Open)Data-Beet</li>
<li><strong>Wie?</strong> verschiedene Formen und Formate: Grafiken, Interactives, Embedding (z.B. Google Public Data Explorer) etc.</li>
<li><strong>Wann?</strong> 2 Mal pro Woche (bei Bedarf auch öfter)</li>
<li><strong>Wo?</strong> nationale und internationale Themen</li>
<li><strong>Warum?</strong> Wissen muss in Zeiten von Informationsproliferation und knappen Aufmerksamkeitsressourcen aUf einen Blick und entsprechend visualisiert vermittelt werden</li>
</ul>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Guideline:</span></strong><br />
<strong><span style="text-decoration:underline;"><br />
</span></strong>Ich orientiere mich an Aron Pilhofer, Leiter des Interactives-Department der <em>New York Times</em>, der die folgenden 6 Postulate anlässlich seines Keynote-Vortrages beim <a href="http://scoopcamp.de/">scoopcamp</a> 2010 in Hamburg formuliert hat. (Ich habe <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/04/30/aron-pilhofers-vortrag-uber-datenjournalismus-beim-scoopcamp-10-supplement-zu-einer-storify-geschichte/">hier</a> darüber berichtet, inkl. embedded Video-Interview)</p>
<ul>
<li>Daten sind der <strong>Beginn</strong> journalistischer Erzählungen, nicht ihr Ende</li>
<li>Man muss als Journalist die Daten erst selbst<strong>verstehen</strong>, bevor man daran gehen kann, sie zu veröffentlichen</li>
<li>Journalistische Accuracy muss Hand in Hand gehen mit <strong>Daten-Accuracy</strong>. Letztlich, so Pilhofer, trägt der Journalist und Herausgeber die Verantwortung für das, was er publiziert.</li>
<li>Die Daten müssen bei Datenjournalismus von vornherein  in ein übergeordnetes <strong>narratives Konzept</strong> eingebaut sein.</li>
<li>Bei der Daten-Auswahl ist <strong>Fokussierung auf das Wesentliche</strong> geboten: Only publish figures that tell the story! Alles, was darüber hinausgeht (komplexe Tabellen, Listen etc.), ist lt. Pilhofer „Data-Porn“</li>
<li>Die wirklich wichtigen Informationen sollten dann <strong>visualisiert und interaktiv</strong> gemacht werden. Aufgabe der Visualisierung: <strong>„Tell me the story!“</strong></li>
</ul>
<p>In diesem Sinne: In medias res oder besser: In medias data!</p>
<p>Das hier Gelesene auf einen Blick <strong>visuell</strong> dargestellt (ist zwar noch nicht wirklich Datenjournalismus, aber ein erster Schritt dorthin&#8230;):</p>
<p><div id="attachment_604" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px">&#8222;]<a href="http://medienleiter.files.wordpress.com/2012/01/wordle_datenleiter.png"><img class=" wp-image-604" title="wordle_datenleiter" src="http://medienleiter.files.wordpress.com/2012/01/wordle_datenleiter.png?w=640&#038;h=307" alt="" width="640" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">[erstellt mit wordle.net</p></div><em> [PS: Dieser Text ist fast wortgleich auf datenleiter.blogspot.com erschienen. Wenn Sie sich darüber wundern, wundern Sie sich einfach nicht! <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ]</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/medienleiter.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/medienleiter.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/medienleiter.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/medienleiter.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/medienleiter.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/medienleiter.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/medienleiter.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/medienleiter.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/medienleiter.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/medienleiter.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/medienleiter.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/medienleiter.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/medienleiter.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/medienleiter.wordpress.com/603/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=603&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Anmerkung zum ZAPP-Bericht über die &#8222;Causa Pelinka&#8220;: #Socialmedia-Gegenöffentlichkeit als effektives Tool!</title>
		<link>http://medienleiter.wordpress.com/2012/01/19/anmerkung-zum-zapp-bericht-uber-die-causa-pelinka-socialmedia-gegenoffentlichkeit-als-effektives-tool/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 12:56:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Revolutionen]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<category><![CDATA[Niko Pelinka]]></category>
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		<description><![CDATA[In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat das großartige Medienmagazin ZAPP des NDR einen Bericht über die Causa &#8222;Niko Pelinka &#38; ORF-Proteste&#8220; ausgestrahlt. Das Magazin hat hierzulande bereits im Dezember von sich reden gemacht mit einem herrlich bissigen Bericht über &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2012/01/19/anmerkung-zum-zapp-bericht-uber-die-causa-pelinka-socialmedia-gegenoffentlichkeit-als-effektives-tool/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=583&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat das großartige Medienmagazin <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/index.html">ZAPP</a> des <em>NDR</em> einen Bericht über die Causa &#8222;Niko Pelinka &amp; <em>ORF</em>-Proteste&#8220; ausgestrahlt. Das Magazin hat hierzulande bereits im Dezember von sich reden gemacht mit einem herrlich bissigen <a href="http://ow.ly/8vWXR">Bericht über die Inseratenaffäre</a>. Die Strickmuster bei beiden Themen sind ähnliche, geht es doch bei beiden um den Versuch der parteipolitischen Einflussnahme auf Medienunternehmen bzw. um den Verdacht (natürlich gilt die Unschuldsvermutung) eines solchen. Dieser reicht schon aus, um die Glaubwürdigkeit von Medien insgesamt in Frage zu stellen und wirft zudem ein schlechtes Licht auf Medienösterreich insgesamt.</p>
<p>Hier nun der gestrige Bericht:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://medienleiter.wordpress.com/2012/01/19/anmerkung-zum-zapp-bericht-uber-die-causa-pelinka-socialmedia-gegenoffentlichkeit-als-effektives-tool/"><img src="http://img.youtube.com/vi/d34Q42kixVI/2.jpg" alt="" /></a></span>
<p>Allein die internationale Beachtung des Themas ist sehr wertvoll. Die gut 7 Minuten des Berichts fassen die Problematik auch sehr gut zusammen. Eine Sache stört mich aber ein wenig, und zwar der fehlende Verweis auf die Bedeutung der digitalen #Gegenöffentlichkeit (zu der von &#8222;klassischen&#8220; Medienunternehmen gebildeten öffentlichen Meinung). Diese Gegenöffentlichkeit hat im Fall Pelinka eine ganz maßgebliche Rolle gespielt und (direkt wie indirekt) die <em>ORF</em>-Geschäftsführung letztlich zum Einlenken bzw. Niko Pelinka zum Postenverzicht bewogen.</p>
<p>Konkret meine ich, dass im <em>ZAPP</em>-Bericht kaum Bezug genommen wird auf die Socialmedia-Protestlawine, die den öffentlichen Druck erst so richtig in Schwung gebracht hat und das vom ersten Tag an. Und dieser 23.12. war ein Tag, an dem in den klassischen Medien tote Hose war &#8211; genau dieser Aspekt und die Hoffnung auf das Verpuffen der Proteste bis zum 9.01. war beim Timing der Pelinka-Bestellung ja auch das Kalkül der <em>ORF</em>-Führung (so sehen es, wie der Bericht zeigt, auch die Initatoren der Proteste im <em>ORF</em>). Es waren weiters auch die Socialmedia-Plattformen, die den Protest am Laufen gehalten und schließlich maßgeblich dafür gesorgt haben, dass sich das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=o6SzZmMNfNg">Youtube-Video der ZiB-Redaktion</a>, das natürlich auch eine &#8222;Socialmedia-Aktion&#8220; war, so rasend verbreitet hat. Mit dem Effekt, dass auch klassische Medien, die ihrerseits von politischen Inseraten leben (müssen)&#8230;, nachziehen und dem Thema entsprechend Raum bieten mussten. In der Vergangenheit wäre das in der &#8211; wenn es um Strukturfragen geht &#8211; seltsam verhaberten österreichischen Medienszene nicht selbstverständlich gewesen. Diesen Aspekt haben die deutschen Kollegen leider übersehen.</p>
<p>Er ist nicht zuletzt auch deshalb von Bedeutung, weil er ein bezeichnendes Licht auf die (mangelnde?) Kompetenz von Medienmanagern und Parteizentralen in Fragen des digitalen Medienwandels und seiner Folgen wirft. Gerade in diesem Bereich liegen heute schon die existenziellen Herausforderungen für die Medienbranche. Dass man bottom-up die Zeichen der Zeit verstanden hat, haben die <em>ORF</em>-Redakteure mit ihren Protestaktivitäten eindrucksvoll bewiesen. Top down (Stiftungsrat, Geschäftsführung) ist dieser Befähigungsnachweis noch ausständig. (Zum Beispiel, wenn es um die Erkenntnis geht, dass sich das versprengte Tuscheln über Parteienfilz im Rundfunk mit Hilfe sozialer Netzwerktools rasend schnell vernetzt und unweigerlich zur öffentlichen Lawine wird.) Das ist eine nicht unwesentliche Lehre der vergangenen drei Wochen.</p>
<p><em>** [Update 14:54 Uhr] ORF-Generaldirektor Wrabetz zeigt  Lernfähigkeit: In dieser <a href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120119_OTS0166/erklaerung-von-orf-generaldirektor-dr-alexander-wrabetz">OTS-Aussendung</a> heißt es u.a.: &#8222;&#8230;auch Maßnahmen der langfristigen Absicherung der Rahmenbedingungen, wie z. B. die Möglichkeit der Interaktion des ORF mit sozialen Netzwerken. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf nicht durch rechtliche Einschränkungen von neuen medialen Entwicklungen abgeschnitten werden&#8230;&#8220;</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/medienleiter.wordpress.com/583/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/medienleiter.wordpress.com/583/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/medienleiter.wordpress.com/583/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/medienleiter.wordpress.com/583/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/medienleiter.wordpress.com/583/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/medienleiter.wordpress.com/583/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/medienleiter.wordpress.com/583/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/medienleiter.wordpress.com/583/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/medienleiter.wordpress.com/583/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/medienleiter.wordpress.com/583/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/medienleiter.wordpress.com/583/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/medienleiter.wordpress.com/583/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/medienleiter.wordpress.com/583/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/medienleiter.wordpress.com/583/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=583&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Sex für Niko? Lieber Online-Standard, da habt ihr euch ganz schön vergaloppiert!</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 10:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[derstandard.at]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[journalistische Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Niko Pelinka]]></category>
		<category><![CDATA[ORF]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich die &#8222;Postenschacher-Affäre&#8220; rund um die geplante Bestellung von Niko Pelinka zum Bürochef von ORF-Generalintendant Alexander Wrabetz in meinem Blog ja ganz auslassen. Auf den diversen Socialmedia-Plattformen habe ich meinen Senf zu dem Thema zur Genüge ausgebreitet. Im &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2012/01/17/sex-fur-niko-lieber-online-standard-da-habt-ihr-euch-ganz-schon-vergaloppiert/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=575&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich wollte ich die &#8222;Postenschacher-Affäre&#8220; rund um die geplante Bestellung von Niko Pelinka zum Bürochef von <em>ORF</em>-Generalintendant Alexander Wrabetz in meinem Blog ja ganz auslassen. Auf den diversen Socialmedia-Plattformen habe ich meinen Senf zu dem Thema zur Genüge ausgebreitet. Im Verlauf der 3 Wochen der Debatte bin ich schließlich aber doch auf eine stattliche Summe von Aspekten gestoßen, die einer einlässlicheren Betrachtung bedürfen, für die die Länge eines Facebook-Kommentars nicht ausreichend ist. (Der Text ist in Vorbereitung.) Dann bin ich heute auf einen <a href="http://derstandard.at/1326502867686/Sex-fuer-Niko">Text</a> im Online-Standard gestoßen, bei dem mir wirklich speiübel geworden ist und der mich zu einer  sofortige Reaktion nötigt. Titel: &#8222;Sex für Niko&#8220;.</p>
<p>Message des Artikels: Junge Menschen in Niko Pelinkas Alter (25) haben für gewöhnlich kein Interesse an Karriere, sondern wollen v.a. eines: ununterbrochen vögeln. Der Streber Niko aber &#8222;lobbyiert sich am Leben vorbei&#8220;. Ratschlag der Autorin: der Niko möge ein bissi cooler sein und auf die Interessen seiner Altersgenossen einschweneken. &#8222;Und du wirst so mehr Sex haben. Weil dich irgendjemand wieder leiden kann. Irgendwer sicher. Irgendwann. Versprochen.&#8220; Ironie oder nicht, an Präpotenz und Unkenntnis der Situation junger Menschen heute (Generation Praktikum, Prekariatsjobs etc.) sind solche Zeilen nur schwer zu überbieten. Dass der Text bei <em>Facebook</em> die &#8222;Teilen&#8220;-Runde machen würde war klar, liefert er doch eine Shitstorm-Steilvorlage und animiert zum Trollen. Für viele ist das aus der sachlichen Diskussion herausgelöste Niko-Bashing ja v.a. eines: &#8222;a Hetz!&#8220; Wie eng &#8222;a Hetz&#8220; und Hetzerei beieinander liegen können, zeigt dieser Text und seine Folgen (z.B. in Form von gehässigen <em>Facebook</em>-Postings) in geradezu prototypischer Weise. (Aus urheberrechtlichen Gründen muss ich auf die Zitierung von besonders problematischen Beispielen leider verzichten.) Lieber <em>Online-Standard</em>, da habt ihr euch ganz schön vergaloppiert!</p>
<p><em>[Diesen Absatz habe ich schon als Kommentar zu einem solchen Posting ge-published.]</em> Ohne Niko Pelinka persönlich zu kennen und ohne die geplante Postenschacher-Hofierung in irgendeiner Weise verteidigen zu wollen, aber solche Zwangsoriginalitäten gehen in inakzeptabler Weise unter die Gürtellinie (hoho) und vernebeln die Sicht auf die eigentliche Problematik. Das Niko-Bashing mag für viele lustig sein, und er ist wohl auch ein leichtes Opfer, aber wenn das solche menschenverachtenden Ausmaße annimmt, nee. Und haben die Leute, die das so lustig finden, eigentlich schon einmal bedacht, dass Niko Pelinka an der ganzen Sch&#8230; am wenigsten Schuld trägt? (Klar, er trägt Eigenverantwortung, Mitleid mit ihm ist fürwahr nicht angebracht: niemand hat ihn gezwungen, an dem dirty game teilzunehmen. Stimmt schon.) Vielleicht kann man die Kreativität ja mal <a href="http://www.youtube.com/watch?v=VYKiGRbjtgE">in die Richtung</a> umlenken: Nur so ein Vorschlag&#8230;</p>
<p>Zudem ist schon auch die Frage zu stellen, inwieweit Journalisten Verantwortung tragen für erwartbare Reaktionen, die im Socialmedia-Zeitalter einen lawinenartigen Charakter annehmen. Ich denke, die Verantwortung ist eine sehr hohe und auch entsprechend ernstzunehmen. Nun bin ich natürlich auch nicht ganz so humorlos, dass ich journalistischen Beiträgen nicht auch mal ein Tänzchen mit dem trolligen Facebook-Entertainment zugestehen will. Aber richtig und v.a. verantwortungsbewusst dosiert!</p>
<p>Weil sonst ist halt auch die journalistische Message am Ende eine  sehr plumpe. In dem Fall so in der Art von &#8222;Niko, fuck you!&#8220;. Hohoho! Und ich glaube, abzüglich aller Schenkelklopfer-Taxen, will uns <em>derstandard.at</em> und die Autorin des Beitrags das dann doch nicht wirklich  verhökern.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/medienleiter.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/medienleiter.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/medienleiter.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/medienleiter.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/medienleiter.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/medienleiter.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/medienleiter.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/medienleiter.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/medienleiter.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/medienleiter.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/medienleiter.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/medienleiter.wordpress.com/575/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/medienleiter.wordpress.com/575/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/medienleiter.wordpress.com/575/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=575&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Medienmanager, glaubt an Eure jungen Mitarbeiter!</title>
		<link>http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/21/medienmanager-glaubt-an-eure-jungen-mitarbeiter/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 19:09:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Entstehung dieses Textes hängt ursächlich zusammen mit einer Forendebatte die ich gestern mit einer PR-Beraterin in der Xing-Gruppe Junge Journalisten zu meinem Blogpost Zwei Denkfehler, wenn Medienmanager #Socialmedia sagen geführt habe. Ich habe das Gespräch zum Anlass genommen, um hier einen Aspekt zu beleuchten, der &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/21/medienmanager-glaubt-an-eure-jungen-mitarbeiter/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=566&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Die Entstehung dieses Textes hängt ursächlich zusammen mit einer Forendebatte die ich gestern mit einer PR-Beraterin in der Xing-Gruppe </span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Junge Journalisten</em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> zu meinem Blogpost </span></span></span><a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/19/zwei-denkfehler-wenn-medienmanager-socialmedia-sagen/"><span style="color:#743399;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Zwei Denkfehler, wenn Medienmanager #Socialmedia sagen</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> geführt habe. Ich habe das Gespräch zum Anlass genommen, um hier einen Aspekt zu beleuchten, der mir bei der Beschäftigung mit Mediensystemen und Medienmanagement ganz besonders wichtig erscheint: </span></span></span><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>welche Bedeutung haben junge Mitarbeiter (FH-Absolventen, Volontäre etc.) in den (Online-)Unternehmungen der Verlage – jenseits von (leeren) PR-Phrasen á la “mia setzn voi auf de jungen Wüdn“?</strong></span></span></span><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> Es geht mir dabei weniger um die journalistische Ebene, wo seit einiger Zeit schon manches Positive zu beobachten ist (z.B. Schüler-</span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Standard</em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">), sondern mehr um andere Bereiche wie z.B. Socialmedia- oder Community-Management.</span></span></span></p>
<div id="attachment_569" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/557889_web_r_k_b_by_gerd-altmann_pixelio-de.jpg"><img class="size-full wp-image-569" title="557889_web_R_K_B_by_Gerd Altmann_pixelio.de" src="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/557889_web_r_k_b_by_gerd-altmann_pixelio-de.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Das Mediengewerbe - eine No-Future-Branche, weil Innovation nicht zugelassen wird?</p></div>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><span style="color:#333333;">Die Gesprächspartnerin beklagte im Verlauf der Debatte die “Überschätzung der Digital Natives“ und stellte einen Vergleich an: Nur weil jemand mit Autos aufgewachsen sei und fahren können, bedeute das noch lange nicht, dass er auch wisse, wie diese funktionieren und gebaut seien. Das trifft die Sache sehr gut. </span><span style="color:#333333;"><strong>Die Generationszugehörigkeit allein ist noch kein ausreichender Nachweis für Socialmedia-Kompetenz. Und doch bringt sie gewisse Startvorteile mit sich.</strong></span><span style="color:#333333;"> In jüngeren Generationen funktioniert der Umgang mit Facebook, Twitter &amp; Co einfach viel selbstverständlicher und ungezwungener.Anders gesagt: die Saat ist gesät, sie muss nur gedüngt und gegossen und hernach geerntet werden.</span></span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><br />
<span style="color:#333333;">Das klingt in der Theorie selbstverständlich, in der Praxis hapert es m.E. aber dann doch sehr oft. Junge Mitarbeiter, sagte mir ein Verlagsmanager vor einiger Zeit, neigten nicht selten dazu, sich in die </span><span style="color:#333333;"><strong>netzinkompatiblen Fahrbahnen der Altvorderen (= Printer-Denker der Generation 50+)</strong></span><span style="color:#333333;"> zwängen lassen.</span> Und dann geben sie Sätze wie diesen von sich : &#8222;Ich durfte im Praktikum die Abos in Facebook bewerben. Ich glaube, dass das eine coole Sache ist.&#8220; (Gehört vor ein paar Wochen bei einem Journalistentreff in Wien.)</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><br />
Die Aussage ist natürlich Quatsch! Natürlich funktioniert im Internet die Kommunikation mit Usern nicht im top-down-Modus sondern auf Augenhöhe und inter-aktiv. (Das wäre so, als würde man sagen: Online-Foren sind digitale Leserbriefe.) Deprimierend ist so eine Aussage aus dem Munde eines 23-jährigen Redaktionsvolontärs schon allein deshalb, weil dieser <strong>in seinem eigenen Socialmedia-Leben (Facebook, Twitter, Storify etc.) einen ganz anderen (d.h. marktplatzüblichen) Umgang mit Socialmedia pflegt</strong>. Klar, als Praktikant ist man nicht in der besten Position, wenn es darum geht, Vorgesetzte von irrsinnigen Vorstellungen abzubringen. Wobei das immer auch eine Frage des Typs und der Persönlichkeit ist: hält man mit eigenen Vorschlägen hinterm Berg oder wagt man auch mal Widerspruch?</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><br />
(ASIDE: Kontakte mit Journalismus-Fachhochschulstudenten haben bei mir in letzter Zeit öfters den Eindruck entstehen lassen, dass die <strong>#Ausbildungsgeneration nicht immer die diskursfreudigste und kritischste </strong>ist. Heißt konkret: keine Diskussionen nach Vorträgen, braves Abnicken des Gesagten, leiser Widerspruch allenfalls in kleiner Runde beim Nachhause gehen, weil sich es mit einem Professor oder Vortragenden durch eine allzu kritische Frage verscherzen, das geht auf keinen Fall. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Ich will nun nicht sagen, dass “früher bei uns“ alles besser war, aber in mancherlei Hinsicht rächt sich m.E. doch der vollzogene Paradigmenwechsel von Bildung zu Ausbildung.)</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><br />
Wenn sich junge Volontäre von Altvorderen einlullen lassen und ihre Socialmedia-Kompetenzen nicht aus- sondern (freiwillig) zurückbauen, dann sehen wir uns nicht nur einem </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Generationenproblem</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> sondern auch einem </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>strukturellen Problem der Medienbranche</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> insgesamt gegenüber. </span></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Ich habe in diesem Blog schon des öfteren beklagt, dass die Kombination Medienunternehmen und Innovation keine wirklich funktionierende Zweierbeziehung ergibt. Verantwortliche Manager verkennen oftmals, was für Potenziale in ihren Volontären und jungen Mitarbeitern stecken. (Welche Leute man bei Medien, für die ich gearbeitet habe, einfach so hat ziehen lassen, unglaublich&#8230;) </span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Den Strukturkonservatismus erkennt man daran, dass es vielen Verantwortlichen schwer fällt, eingeschliffene Prozessperspektiven in Frage zu stellen und anzuerkennen, dass </strong></span></span></span></strong><strong><a href="http://www.poynter.org/latest-news/106389/rusbridger-openness-collaboration-key-to-new-information-ecosystem/"><span style="color:#743399;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>das neue Informationsökosystem</strong></span></span></span></a></strong><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong> keine digitale Verlängerung bestehender Medienprojekte darstellt, sondern radikales Umdenken in vielen Bereichen erfordert.</strong></span></span></span></strong></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><br />
Ich bin überzeugt: Würde man FH-Absolventen z.B. den Aufbau der Socialmedia-Arbeit anvertrauen (weil man es ihnen zutraut!!!) und sie dabei </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>professionell projektmanagementtechnisch</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> begleiten, könnte vieles bewegt und in richtige Bahnen gelenkt werden. Wer (österreichische) Medienverlage kennt, weiß aber, dass die Hierarchien trotz mancher gegenteiliger Behauptung nicht flach sind und für junge Mitarbeiten immer noch häufig als oberstes Prinzip gilt: “Kuschen!“ An einer </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Erschließung der Wissensbasis junger Mitarbeiter</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> jenseits von handwerklicher Ausbildung sind – so meine Erfahrung – nur wenige Unternehmen wirklich interessiert. </span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">PS: Nun wird vielleicht jemand einwenden wollen, dass die </span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Facebook</em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">-Arbeit in kleineren Medienunternehmen eh vielfach von Volos und Praktikanten gemacht wird. Das meine ich mit dem Ernstnehmen junger Mitarbeiter aber nicht. Ich denke schon an </span></span></span><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">strategisch geplante, taktisch ausgereifte und konsequent umgesetzte Formen von Socialmedia-Engagement, wo professionell ausgebaute Generationskompetenz und seriöses Projektmanagement Hand in Hand gehen.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><br />
<em>Dieser Text erhebt natürlich nicht den Anspruch, eine profunde Analyse des Status quo zu leisten, er ist als Anregung für weiterführende Diskussion gedacht. Über Erfahrungen, Kritik u.a. im Forum würde ich mich sehr freuen.</em></span></span></span></p>
<p><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><br />
</span></span></span><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><span style="text-decoration:underline;">Bild:</span></span></span></span><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Gerd Altmann  / </span></span></span><a href="http://www.pixelio.de/"><span style="color:#743399;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">pixelio.de</span></span></span></a></em></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="line-height:27px;"><br />
</span></span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/medienleiter.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/medienleiter.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/medienleiter.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/medienleiter.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/medienleiter.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/medienleiter.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/medienleiter.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/medienleiter.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/medienleiter.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/medienleiter.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/medienleiter.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/medienleiter.wordpress.com/566/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/medienleiter.wordpress.com/566/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/medienleiter.wordpress.com/566/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=566&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Zwei Denkfehler, wenn Medienmanager #Socialmedia sagen</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 21:15:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<description><![CDATA[Der medienleiter darf sich seit Sommer “Geprüfter Medienmanager“ schimpfen. Diesen Selfconfidence-Boost verdankt der (aus Wiener Sicht) Gscherte seiner Abschlussarbeit über Regionalmedien in Zeiten von Socialmedia und dem Entstehen eines “neuen Informationsökosystems“, dessen Grundzüge Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger in diesem Aufsatz mit &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/19/zwei-denkfehler-wenn-medienmanager-socialmedia-sagen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=551&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Der </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>medienleiter </em></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">darf sich seit Sommer “Geprüfter Medienmanager“ schimpfen. Diesen Selfconfidence-Boost verdankt der (aus Wiener Sicht) <a href="http://www.ostarrichi.org/wort-18574-atde-Gscherte.html">Gscherte</a> seiner Abschlussarbeit über Regionalmedien in Zeiten von Socialmedia und dem Entstehen eines “neuen Informationsökosystems“, dessen Grundzüge <a href="http://www.guardian.co.uk/">Guardian</a>-Chefredakteur <a href="https://twitter.com/#!/arusbridger">Alan Rusbridger</a> in diesem Aufsatz mit dem Titel </span></span><a href="http://www.poynter.org/latest-news/106389/rusbridger-openness-collaboration-key-to-new-information-ecosystem/"><span style="color:#ff4b33;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Openness, Collaboration Key to New Information Ecosystem</span></span></span></a><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> dargetan hat. (Der Praxisteil meiner Arbeit untersuchte das Fallbeispiel Osttirol. Der Vollständigkeit halber sei das auch erwähnt.) Weil der </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>medienleiter</em></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> sich der Thematik noch immer verbunden fühlt, führt er gerne ausführliche Gespräche mit Redakteuren und Managern von Regionalmedien, wie sie denn in ihrem Haus mit Internet, Socialmedia und so&#8230;</span></span></p>
<div id="attachment_552" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/557970_web_r_b_by_gerd-altmann_pixelio-de.jpg"><img class="size-full wp-image-552" title="557970_web_R_B_by_Gerd Altmann_pixelio.de" src="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/557970_web_r_b_by_gerd-altmann_pixelio-de.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Socialmedia &amp; Journalismus: Allzu oft eine lasche Angelegenheit!</p></div>
<p><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Zuletzt geschehen am Wochenende (aus welchem Verlag und welchem Bundesland der Gesprächspartner kam, tut jetzt nichts zur Sache). Und wieder einmal musste der <em>medienleiter</em> feststellen, dass viele Ansätze und zum Teil auch Umsetzungen durchaus vielversprechend wären. Wären deshalb, <strong>weil leider sehr häufig das Prinzip Socialmedia als solches noch immer nicht richtig verstanden wird</strong>. (Ich weiß, ich klinge gerade wie ein Prediger, der von der Kanzel herab spricht, aber manchmal geht’s nicht anders.)</span></span></p>
<p><strong><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><span style="text-decoration:underline;">Denkfehler 1:</span> Socialmedia-Plattformen als Marketing- und/oder “Ausspiel“kanäle</span></span></strong></p>
<p><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">Besagter Medienmanager meinte in dem Gespräch sinngemäß, man habe sich über </span><em>Facebook </em><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">und </span><em>Twitter </em><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">mehr Zugriffe auf das Portal erwartet und gehofft, in den “jungen“ Medien neue, d.h. jüngere Zielgruppen ansprechen und binden zu können. Das habe nicht funktioniert und allmählich glaube er, das ganze Socialmedia-Zeug sei eine Blase, so wie die Finanzmärkte. Ich versuchte ihm zu erklären, dass der enttäuschten Hoffnung ein kolossaler Denkfehler seinerseits zugrunde liegt: </span><em>Facebook</em><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">, </span><em>Twitter</em><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">, </span><em>Google+</em><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;"> sind keine Marketing- oder “Ausspiel“-Kanäle, die man fastfood-artig befüllt und dafür im Gegenzug (als harte Währung des Internetzeitalters) Klicks, Unique Clients &amp; Co zurückbekommt. Nein, </span><strong>Socialmedia ist Slow Food</strong><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">, bei dem es darum geht, dass man gemeinsam zu Tisch sitzt, sich </span><strong>kennenlernt und interaktiv austauscht</strong><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">. Es geht um </span><strong>langfristige Strategien</strong><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">. Nur so schafft man es, </span><strong>im Online-Leben der Menschen Bedeutung zu erlangen </strong><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">und die gesteckten </span><strong>Ziele für das eigene Medienunternehmen im richtigen Leben zu erreichen</strong><span style="font-size:large;font-family:Verdana, sans-serif;">.</span></p>
<p><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Im sehr empfehlenswerten </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Kulturmanagement-Blog</em></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2011/12/08/google-inhalte-stehen-im-vordergrund/">widmete sich Christian Henner-Fehr vor ein paar Tagen</a> (unter Bezugnahme auf <a href="http://www.huffingtonpost.com/2011/11/30/google-plus-users_n_1122056.html">diesen Beitrag</a> in der </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Huffington Post</em></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">) der gegenwärtig zu beobachtenden Ausdifferenzierung von </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Facebook</em></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> und </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Google+</em></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">: Während </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Facebook kontaktnetzzentriert </strong></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">funktioniere (man kommuniziert mit dem bestehenden Freundeskreis), sei </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em><strong>Google+</strong></em></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> stärker </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Content-zentriert</strong></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">: das Teilen von Inhalten und Ideen stehe im Vordergrund, es sei hier viel einfacher, an Content zu gelangen, als bei </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Facebook</em></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">. Diese Entwicklung könne sich zwar wieder ändern, aber unter den Early Adoptern bei </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Plus</em></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> zeichne sich derzeit dieser Trend ab. (Frage: Wie viele Medienunternehmen, für die das Internet zum kritischen Erfolgsfaktor geworden ist, haben dies aus ihrer eigenen Praxis heraus schon bemerkt?)</span></span></p>
<p><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Quod licet Geek, quoque licet Medienbranche &#8211; dachte ich sofort als humanistisch gebildeter Mensch und machte mich daran, nach unterschiedlichen Strategien von Verlagen in <em>Plus</em> und <em>Facebook</em> Ausschau zu halten. Fehlanzeige. Leider agieren Medienunternehmen (und beileibe nicht nur im regionalen Bereich) ganz im Sinne des Originalzitates (“quod licet <span style="text-decoration:line-through;">Geeks</span> Iovi, non licet bovi“ &#8211; was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Rind noch lange nicht erlaubt). <strong>Wie Kühe auf einer Weide kauen sie alles monoton wieder, bei </strong><em><strong>Facebook</strong></em><strong>, </strong><em><strong>Plus </strong></em><strong>und sonstwo.</strong> (Die jeweiligen Plattformen nehmen bei dem gewählten Bild die Funktion der verschiedenen Rindermägen ein. Wobei letztere &#8211; und hier hinkt der Vergleich schon wieder &#8211; durchaus funktionale Differenzierung kennen. Sei&#8217;s drum&#8230;)</span></span></p>
<p><strong><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><span style="text-decoration:underline;">Denkfehler 2:</span> Sich an Trends “dranhängen“ anstatt sich dahinter zu klemmen</span></span></strong></p>
<p><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">In dem Gespräch erklärte der Regionalmanager weiters, dass man wohl auch deshalb kaum Socialmedia-Erfolge verzeichnen könne, weil man Trends verschlafen habe &#8211; er nannte als Stichwort “Transmedia“. Auf meine Frage, was genau er mit Transmedialität meint, antwortete er: “Aktionen (z.B. Gewinnspiele) machen über verschiedene Plattformen hinweg, die mit Klicks auf das Portal und auf Werbeaktionen enden. Da rockt das Marketing volle Kanne“ Abgesehen davon, dass diese Goldgräbernaivität, die bei jedem neuen Trend unter den Mitläufern ausbricht (ehe totale Ernüchterung einsetzt), sehr blauäugig ist und ich zudem prinzipielle <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/04/22/transmedia-storytelling-journalismus-konigskinder-die-nicht-zueinander-finden/">Zweifel bzgl. Transmedia Storytelling im Journalismus</a> habe, zeigt mir die Aussage v.a. eines: Der gute Mann hat (wie viele seiner Kollegen) nicht verstanden, </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>dass Transmedia Storytelling aus der Praxis heraus entstanden ist, d.h. aus dem Bedürfnis, Geschichten anders und mit anderen zu erzählen. Und nicht das Produkt eines Marketing-Managers war, der eine Schablone kreiert hat, damit Medienunternehmen easy Kohle machen können.</strong></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> Transmedialität bedeutet ganz im Gegenteil: noch mehr Fokus auf Erzählprozesse und -stränge und noch mehr Einsatz. Schnell und ohne aufwändige Planung geht nix. Oder besser gesagt: Es geht schon, aber es bringt nix und führt wieder nur zu dem von Denkfehler 1 schon bekannten Frust (“Socialmediabringtnix“). Sich einfach nur an Trend irgendwie dranzuhängen, ohne sich dahinterzuklemmen, ohne Mut zur Nerdigkeit und zum Bauchfleck, hat keine Aussicht auf irgendeinen Erfolg. Produkte, denen ihre Laschheit von vornherein anzusehen ist, werden von der Usern zu Recht nicht angenommen. Das Hype-Gewändchen überstreifen, um damit mangelnde Qualität in anderen Bereichen zu kaschieren, das spielt es nicht.</span></span></p>
<p><strong><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><span style="text-decoration:underline;">Lösung:</span> Die Kultur von Storytelling im Netz begreifbar machen!</span></span></strong></p>
<p><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Gleiches gilt für andere hotte Trends, wenn sie unsexy und schnellschnell nachgemacht werden: Ich nenne als Beispiele hier nur <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/04/22/transmedia-storytelling-journalismus-konigskinder-die-nicht-zueinander-finden/">Gamification</a> und Crowdfunding. Natürlich kann man bei <a href="http://www.kickstarter.com/">Kickstarter</a> schnell was hineinklatschen, aber ohne long-term-Strategie, ohne Bereitschaft zu zeitintensiver Gehirnzerspragelung im Vorfeld und ohne sichtbare Leidenschaft werden Menschen “da draußen“ kein echtes Geld zur Unterstützung eines Projekt in die Hand nehmen. Das ist an sich eine klare Sache. Für manche aber eben (noch) nicht. Wohl auch deshalb, weil sie noch nie auf die Idee gekommen sind, </span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>ihre eingespielten Herangehensweisen im “neuen Informationsökosystem“ einem Reality Check zu unterziehen</strong></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">. Das sagt einiges darüber aus, was für ein Innovationsökosystem Teilen dieser Branche noch immer zueigen ist: Hypes das Wort reden ja, ein bissi auf das oder das machen ja, aber Bereitschaft zu echtem digitalen Kulturwandel nein! Und das ist irgendwie traurig. Als Herausforderung formuliert: Coachings, Seminare und Fachblogs sollten diesen letzten Aspekt stärker in den Vordergrund rücken, auch wenn es deutlich weniger mühsam ist, jeden Tag neue Storytelling-Tools vorzustellen, mit denen am Ende aber meist doch nur more of the same boring Einheitsbrei erzeugt wird. Meine Forderung: Erst die (techno)kulturelle und dann die elektronische Software lehren!</span></span></p>
<p><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><span style="text-decoration:underline;">Bild:</span></span></span><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><em>Gerd Altmann  / <a href="http://www.pixelio.de/">pixelio.de</a></em></span></span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/medienleiter.wordpress.com/551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/medienleiter.wordpress.com/551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/medienleiter.wordpress.com/551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/medienleiter.wordpress.com/551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/medienleiter.wordpress.com/551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/medienleiter.wordpress.com/551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/medienleiter.wordpress.com/551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/medienleiter.wordpress.com/551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/medienleiter.wordpress.com/551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/medienleiter.wordpress.com/551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/medienleiter.wordpress.com/551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/medienleiter.wordpress.com/551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/medienleiter.wordpress.com/551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/medienleiter.wordpress.com/551/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=551&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>&#8222;Vote for me&#8220;-Beggars: Wenn Selbstmarketing lächerlich wird</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 21:41:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass das Jahr sich dem Ende zuneigt, merkt man auch daran, dass überall eifrig gevotet wird: Singersongwriter of the year, Album of the year, Blogger of the year, Whistleblowingplatform of the year etc. etc. (Keine Angst: Auf Sinn und Unsinn &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/16/vote-for-me-beggars-wenn-selbstmarketing-lacherlich-wird/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=534&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass das Jahr sich dem Ende zuneigt, merkt man auch daran, dass überall eifrig gevotet wird: Singersongwriter of the year, Album of the year, Blogger of the year, Whistleblowingplatform of the year etc. etc. (Keine Angst: Auf Sinn und Unsinn solcher Veranstaltungen gehe ich hier nicht ein.) Ich würde von all dem ja gar nicht so viel mitbekommen, wenn nicht überall in den Socialweb-Freundeskreisen &#8222;Vote for me&#8220;-Beggars auf sich aufmerksam machen und/oder private Messages mit ensprechenden Bbittebittebitte-Aufforderungen schicken würden.</p>
<p>Beim Durchsehen des Facebook-Streams der letzten Tage sind mir u.a. Medien-, Kunst- oder Fashionprojekte aufgefallen, die alle für diverse Awards eifrig Support-Klicks sammeln gehen, und für ihre Eigenwerbung natürlich auch Kontakte und Kontakteskontakte einspannen wollen. Ich sehe das auch positiv, denn so bin ich auf interessante Initiativen gestoßen, die mir sonst wohl ziemlich sicher entgangen werden. Auf der anderen Seite wirkt es befremdlich und kommt einem bisweilen wie eine digitale Abwandlung von Straßenbettlerei vor (Oida, host an Klick für mi?) Auch überschätzen viele wohl die Bedeutung solcher Votings, nicht zuletzt auf Grund der Vielzahl an (Pimperl)Awards, von denen die meisten wohl nur deshalb ins Leben gerufen werden, damit die Sitetraffic-Stats auf der Institutionswebsite in die Höhe schnellen. Socialmedia-Reputation erlangt man so auch nicht, sondern nur durch strategisch geplantes und konsequent durchgezogenes Netzwerken &#8211; ganz gleich, ob es um Kunst, Bloggen oder sonstwas geht.</p>
<p>Zu beachten ist auch, dass Socialmedia-Reputation und Reputation im echten Leben nur bedingt getrennt werden kann. Höchst befremdlich fand ich etwa vor ein paar Monaten die Eigenmarketingaktion einer Musikerin in Facebook, die in mehreren Messages darum ersuchte, man möge für sie als Newcomerin des Jahres (oder ihrer Generation, das weiß ich nicht mehr genau) stimmen und ihr (noch gar nicht fertiggestellts Album) als Album des Jahres schon mal vormerken. Ich weiß auch nicht mehr, um was für ein Voting es ging, aber diese Form der Bettlerei erschien mir nicht bloß kindisch, sondern schon fast entwürdigend. Um nicht missverstanden zu werden: Social Media Marketing ist natürlich wichtig, Rankings sind wichtig, User-Votings sind wichtig &#8211; aber der allzu streberhafte Zugang beeinträchtigte dann doch auch die Rezeption der Künstlerin und ihrer Arbeit, obwohl ich genau das nicht wollte. Aber beim Hören eines Songs, der die Tiefe von Emotionen auszuloten vorgibt, traten die ridikülen Zeilen aus Facebook wieder vor das geistige Auge. (Vielleicht wäre das anders gewesen, wenn eine Agentur die Bettelarbeit verrichtet hätte.)</p>
<div id="attachment_542" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/492852_web_r_by_benjamin-klack_pixelio-de.jpg"><img class="size-full wp-image-542" title="492852_web_R_by_Benjamin Klack_pixelio.de" src="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/492852_web_r_by_benjamin-klack_pixelio-de.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Viele Wege führen zu Klicks, aber manche auch einfach nur in die Lächerlichkeit!</p></div>
<p>Endgültig aus ist es bei mir, wenn ich (und natürlich viele andere auch) von einem (internationalen) Journalisten eine Nachricht erhalten, ich möge doch bittebittebittebitte möglichst viele seiner Tweets re-tweeten und @mentions seines Accounts machen, damit sein <em>Klout</em>-Ranking die Zahl 40 erreicht und er <em>Bottlenose</em>-berechtigt wird. (Ich fordere: No Bottlenose for Bettlernose! Ok, ist jetzt nicht sehr originell&#8230;) So jemand wird &#8211; um es mit René Pollesch zu formulieren &#8211; sofort &#8222;weggehupt&#8220;, auch wenn er in seiner Nachricht  (präventiv) dazuschreibt, dass er eh weiß, dass sein Anliegen bisschen lächerlich rüberkommt. Ja, in der Tat: das tut es!</p>
<p><strong>Und die Moral von der Geschichte: Beim Selbstmarketing aufpassen, dass man sich nicht zum Dodel macht! Ein schlechter Eindruck bleibt nämlich sehr leicht auch nach Beendigung einer Voting-Aktion oder ähnlichem bestehen.</strong></p>
<p>Wie es sich bei dem Thema gehört, gibt&#8217;s zum Schluss noch eine kleine Umfrage (Kommentare im Forum sind natürlich auch sehr willkommen):</p>
<a name="pd_a_5766902"></a><div class="PDS_Poll" id="PDI_container5766902" style="display:inline-block;"></div><div id="PD_superContainer"></div><noscript><a href="http://polldaddy.com/poll/5766902">Take Our Poll</a></noscript>
<p>PS: Es ist kein Zufall, dass es für das Wort &#8222;mögen&#8220; im Deutschen keinen Imperativgebrauch gibt. <em>Mag mich gefälligst!</em> So einen Satz gibt es nicht. Und das hat seinen guten Grund.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;">Bild:</span> <em>Benjamin Klack  / <a href="www.pixelio.de">pixelio.de</a></em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/medienleiter.wordpress.com/534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/medienleiter.wordpress.com/534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/medienleiter.wordpress.com/534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/medienleiter.wordpress.com/534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/medienleiter.wordpress.com/534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/medienleiter.wordpress.com/534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/medienleiter.wordpress.com/534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/medienleiter.wordpress.com/534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/medienleiter.wordpress.com/534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/medienleiter.wordpress.com/534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/medienleiter.wordpress.com/534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/medienleiter.wordpress.com/534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/medienleiter.wordpress.com/534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/medienleiter.wordpress.com/534/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=534&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die neue Wutbürgerlichkeit: Ein Gegenmodell zum Rechtspopulismus?</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 12:42:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Rechtspopulismus]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Düringer]]></category>
		<category><![CDATA[Wutbürger]]></category>
		<category><![CDATA[Wutrede]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Roland Düringers Wutrede erhitzt noch immer die Gemüter. Ich merke es in meinem eigenem Blog. Die Zugriffsstatistiken bei dies steigen unaufhörlich. Und auch in sozialen Netzwerken wird das Topic ungebrochen heiß diskutiert. Das ist bemerkenswert, zumal Düringer Inhalte oder Forderungen, die seiner Wut konkrete &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/15/die-neue-wutburgerlichkeit-ein-wirksames-gegenmodell-zum-rechtspopulismus/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=521&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Roland Düringers </span></span></span><a href="http://www.youtube.com/watch?v=zfclpHQ4c8Y"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Wutrede</span></span></span></a><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> erhitzt noch immer die Gemüter. Ich merke es in meinem eigenem Blog. Die Zugriffsstatistiken bei </span></span></span><a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/11/die-parodistische-solidaritat-roland-duringers-wutrede/"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">dies</span></span></span></a><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> steigen unaufhörlich. Und auch in sozialen Netzwerken wird das Topic ungebrochen heiß diskutiert. Das ist bemerkenswert, zumal Düringer Inhalte oder Forderungen, die seiner Wut konkrete Gestalt verleihen würden, schuldig geblieben ist. Was seine parodistisch-affirmative Rede ansprach, waren vornehmlich Auswirkungen (Hamsterräder, Systeme etc.), nicht ihre Ursachen. Die Aufgabe, die Wut mit Inhalten ex post zu legitimieren, überlässt Düringer dem Publikum. Das ist ein legitimes Mittel der Kunst. Wie die Reaktionen in Online-Foren, sozialen Netzwerken etc. zeigen, scheint dies vielen Menschen auch spielend zu gelingen.</span></span></span></p>
<div id="attachment_523" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/dsc08255.jpg"><img class="size-full wp-image-523" title="DSC08255" src="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/dsc08255.jpg?w=640&#038;h=480" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Wie geht das Match zwischen der rechtspopulistischen und der &quot;neuen&quot; Wut aus? Wer ist am Ende schachmatt? (Bild: medienleiter)</p></div>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Man kann &#8211; mit etwas Vorsicht sagen &#8211; dass es Düringer gelungen ist, “einen Zeitgeistnerv“ zu treffen. Nach der ersten Euphorie werden nun aber auch die kritischen Stimmen lauter. Nicht ganz zu Unrecht kann man Düringers Vorgehen, so wie es Robert Misik (in einem Facebook-Posting) getan hat, als “zu platt“ kritisieren. Auch Niko Alm ist zuzustimmen zu, wenn er in einem Blogpost mit dem Titel </span></span></span><a href="http://blog.alm.at/2011/12/14/ich-bin-nicht-wutend/"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Ich bin nicht wütend</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> schreibt: “Das große Problem politischer Utopien ist die Annahme, die Menschen selbst ändern zu können. Das ist ein frommer Wunsch. Das ist kurzfristig nicht möglich.“ Alm fordert Düringer auf, konkretes politisches Engagement zu zeigen, anstatt bloß eine Verweigerungspose einzunehmen, welcher der Kabarettist </span></span></span><a href="http://derstandard.at/1323222849546/Hamsterrad-Das-System-ist-am-Ende"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">in diesem Standard-Interview</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> das Wort redet. Realpolitisch betrachtet, hat wohl tatsächlich nur systemimmanente Arbeit die Chance, existierende Missstände zu beseitigen. (Zumal ja die Systeme nicht per se schlecht sind, sondern ihr korrupter Gebrauch sie schlecht aussehen lässt.) Natürlich spielt Düringer ein gefährliches Spiel, wie Philipp Sonderegger </span></span></span><a href="http://phsblog.at/wenn-die-trotteln-wutend-werden/"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">in seinem Blogpost</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> analysiert, wenn er der Wut im Blindflug-Modus das Wort redet. Das wird auf Dauer keine Verbesserung in irgendeiner Hinsicht bringen. Die Forderung von Alm und anderen, Düringer möge präziser werden und Pauschalisierungen vermeiden, ist nachvollziehbar.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Und doch haben Düringers Auftritt und seine Rezeption einige interessante Phänomene aufgezeigt, genau weil die Rede imperfekt und durch und durch populistisch angelegt ist.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Ich will erklären, was ich meine: Wut, Frustration, und Ängste sind die klassischen Brennhölzer des Rechtspopulismus. Im Anfachen dieser, in der Schaffung von personifizierten Projektionsflächen (Feindbilder) und im Anbieten einfacher Lösungen gründet sein Erfolg. Jedenfalls zu 90%. Man kann sagen, dass der Rechtspopulismus in Österreich über einen sehr langen Zeitraum praktisch ein Monopol auf “Wut“ bzw. eine bestimmte Form von Wut hatte. (Dass linker Populismus sich auch dieser Trickkiste bedient, ist richtig, wiewohl es Unterschiede gibt. Zu beobachten etwa in Deutschland in Gestalt der Linkspartei. Da ich mich hier auf Österreich beschränke, gehe ich auf diesen Aspekt nicht näher ein.)</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Die von den Rechtspopulisten geschürte Wut ist, wie bereits gesagt, praktisch immer feindbildbezogen (Ausländer, EU etc.) und pauschalisierend (ein Beispiel wäre dieses rassistische Vorurteil: schwarze Hautfarbe bedeutet automatisch Drogendealer). Potenziellen Wählern wird das Angebot gemacht, dass ihre (zuvor angestachelte) Wut abreagiert wird (denken wir an die “Denzettel“-Slogans der Haider-FPÖ), wenn sie bei Wahlen ein autoritäres Modell von Macht stärken. Dieses geht mit dem Versprechen ins Rennen, dass es den personifizierten Feindbildern an den Kragen geht &#8211; “wenn mia amoi an da Mocht san“. Das eingesetzte Stilmittel sind häufig emotionalisierende hetzerische Reden, deren “Konsum“ aufgehetzten Menschen eine Art Rage-Kick gibt. Der Rechtspopulismus geht dabei extrem vereinnahmend vor, er differenziert kaum und tut fast immer so, als transportiere er die Sichtweise der “großen Mehrheit“, die via </span></span></span><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Imagined_communities"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Imagined Communities</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> (Nation, Rasse etc.) zusätzlich (vermittels des Prinzips der </span></span></span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Masse_und_Macht"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Macht der Masse</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">) emotional zusammengeschweißt wird.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Das hier ist natürlich eine verkürzte Darstellung der Dinge, als Folie für den folgenden Vergleich mit der Wut des Düringer&#8217;schen Wutbürgers ist sie aber ausreichend.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Vier Unterschiede</strong> erscheinen mir fundamental:</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">1.) Wo die Rechtspopulismus-Wut auf spezielle Weise auf das Prinzip der repräsentativen Demokratie setzt (Anführerzentrierung: “ER hat Euch nicht belogen“), will Düringers Wutbürger von diesem nichts mehr wissen. Er will verhindern, dass man ihn für dumm hält und dass seine (in ihm selbst gewachsene) Wut vereinnahmt wird. (Für die durch Feindbilderhetze angefachte Wut “der Dummen“ sieht er den ins Extrem gesteigerten Rechtspopulismus zuständig: “wenn sich dann die Nazis die Dummen greifen&#8230;“) So schreit der neue Wutbürger lieber selber. Anders der Rechtspopulismus: Hier schreit ein Anführer in die versammelte Menge, die selbst schweigt und nickt. Der Unterschied ist somit in der Differenz von </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>aktiver vs. passiver Wutbewältigung</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> festzumachen.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">2.) Mit dem Rechtspopulismus werden zwar Feindbilder geteilt, die oberhalb der (Wut)Bürgerebene liegen (“die Politiker“, “das System“ etc.), dafür wird auf die </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Unterteilung der “Untertanenebene“ in Patrizier (fleißige anständige Österreicher) und Plebejer (Ausländer, Sozialhilfeempfänger etc.)</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> verzichtet. Die Auseineinanderdividierung der Gesellschaft nützt der Rechtspopulismus dazu, um den Bürger neben der Wut “auf die da oben“ ein Superioritätsgefühl in ihrer eigenen Lebensrealität zu vermitteln und sie so symbolisch (zu einem imaginären Mob) zu ermächtigen. Wenn Menschen bei Stammtischen oder wo immer gegen Asylwerber und andere hetzen, wird repressive Machtausübung simuliert &#8211; mit realen Auswirkungen, versteht sich. (Diesen eigenartigen Parallelismus habe ich </span></span></span><a href="http://mleiter.twoday.net/stories/herrschaftssimulakrum-oder-der-doppelte-boden-des-populismus-anmerkung/"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">hier</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> vor längerer Zeit unter dem Begriff “Herrschaftssimulacrum“ zu beleuchten versucht.) Düringers Wutbürger geht dagegen </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>von einer Nivellierung auf der niedrigst möglichen Stufe aus: alle sind wir “Systemtrottel“ und “Bioroboter“</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> - weil wir dazu gemacht wurden. Mittelschicht-Cyborgs, wenn man so will.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">3.) Rechtspopulistische Parteien sind durch ihre </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>autoritäre Ausrichtung mit starker Anführerzentrierung</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> gekennzeichnet. Dieser wird als Primus inter pares vermittelt, der aus der Mitte des (einheimischen) Volkes stammt und nicht dem “Establishment“ hörig ist. Das Herdentier (aner wie mia olle&#8230;) wird, wenn es die Machtebene erklommen hat, zum einsamen Wolf, der die “schwarzen Schafe“ reißt. (In etwa so lauten rechtspopulistische Wahlversprechen.) Für Düringers Wutbürger dagegen läuft die </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Stärkung von Repräsentanten innerhalb der Machtsysteme notgedrungen auf die Stärkung der “Hamsterräder“</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"> hinaus, weil ihre Überwindung schlechterdings nicht mehr möglich erscheint. Es ist kein Zufall, dass die neue Wutbürgerlichkeit keine Hierarchie kennt, es gibt keinen obersten Wutbürger, zu dem aufgeschaut wird. Nicht bei Düringer und auch anderswo nicht.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">4.) Gemeinsam ist dem Düringer&#8217;schen Wutbürger und dem Rechtspopulismus die starke Emphase eines “Wir“-Gefühl. Allerdings ist der Zugang zu dem jeweiligen “Wir“ ein diametral unterschiedlicher. Der Rechtspopulismus setzt auf das </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Prinzip der imaginären Gemeinschaft (Nation, Rasse etc.)</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">, die ihre Konstituierung im Kollektiv der Abgrenzung von anderen und Fremden (z.B. durch Wut) verdankt, während das Düringer&#8217;sche Wutbürgertum als </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Chor individueller Stimmen, als Summe individueller Wut</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">, vermittelt wird. Das Prinzip imaginärer Vergemeinschaft fehlt schon allein deshalb, weil die emotionalen Identifikationsangebote aus der Tiefe (Nation, Rasse etc.) hier völlig fehlen. Es gibt nicht EINE Grundursache für Wut, sondern viele. Manche mögen zwar “da Wöd voi Stoiz sogn“&#8230;. “I am from Austria“, aber niemand wird wohl je “stolz“ von sich sagen: “Ich bin Wutbürger!“</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Nebenher gibt es aber </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Parallelen, die vollends deckungsgleich sind</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">. Ich nenne nur eine: Die Überregulierungskritik in Form des (übrigens fiktiven) Beispiels der EU-Karamellbonbonimportregelung hätte wortgleich so von Jörg Haider kommen können. Hier wird nolens volens </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>mit Ressentiments (Brüssel als Symbol für Fremdherrschaft) gespielt</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">, die sich im Wutzustand letztlich wohl doch nicht so ganz auf die Seite schieben lassen.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Eine Gemeinsamkeit besteht im übrigen auch in der </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Polemik gegen Ideologien</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">. Düringers Wutbürger behauptet von sich und seinem Mittelschicht-Chor, man sei ideologisch nicht greifbar. Die vorgestellte “frei von der Leber weg“-Wut soll auf diese Weise authentischer rüberkommen. </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Auch rechtspopulistische Parteien geben sich gerne anti-ideologisch</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">, obwohl sie das natürlich nicht sind und auch gar nicht sein können. (Ideologieverweigerung lässt sich nämlich sehr wohl innerhalb weltanschaulicher Kategorien analysieren.)</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Verdana, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Die Grenzen zwischen beiden Wut-Modellen verlaufen in manchen Punkten dann doch auch sehr fließend. Da die von Düringer vorgestellte neue Wutbürgerlichkeit aber offenkundig die Befindlichkeit vieler Menschen trifft, ist die Frage ernsthaft zu dislkutieren, wie politische Parteien adäquat auf sie reagieren können, sollen und müssen. Spannend zu beobachten wird sein, ob und &#8211; wenn ja &#8211; wie in Zukunft die beiden Modelle in Wettstreit zueinander treten &#8211; und mit welchen Folgen für unsere Zivilgesellschaft. Bleibt alles gleich (= von der Kategorie “Wut“ können nur rechtspopulistische Parteien profitieren), schwächt die neue Wutbürgerlichkeit den Rechtspopulismus, geht sie (wenn sie den Marsch durch die Hamsterräder antritt) in Linkspopulismus auf, verschwindet das Phänomen so rasch wie es gekommen ist? Oder passiert ganz etwas anderes?</span></span></span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/medienleiter.wordpress.com/521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/medienleiter.wordpress.com/521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/medienleiter.wordpress.com/521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/medienleiter.wordpress.com/521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/medienleiter.wordpress.com/521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/medienleiter.wordpress.com/521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/medienleiter.wordpress.com/521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/medienleiter.wordpress.com/521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/medienleiter.wordpress.com/521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/medienleiter.wordpress.com/521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/medienleiter.wordpress.com/521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/medienleiter.wordpress.com/521/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/medienleiter.wordpress.com/521/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/medienleiter.wordpress.com/521/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=521&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die parodistische Solidarität: Roland Düringers Wutrede</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 20:51:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[medienleiter-Texte zur österreichischen Zivilgesellschaft, Medien- und Demokratiepolitik geraten meist sehr lang, so wie vorgestern (und wohl auch heute wieder). Wie lässt sich dieser (quotenkillende) Verstoß gegen die elementarste Blogging-Regel (Kürze!!!) rechtfertigen? Die Antwort auf die Frage kann nur so lauten: Die Bewusst-machung komplexer, &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/11/die-parodistische-solidaritat-roland-duringers-wutrede/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=490&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><em>medienleiter</em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">-Texte zur österreichischen Zivilgesellschaft, Medien- und Demokratiepolitik geraten meist sehr lang, so wie </span></span></span><a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/09/zivilgesellschaft-und-mediendemokratie-der-osterreichische-holzweg-eine-analyse-und-4-anregungen/"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">vorgestern</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> (und wohl auch heute wieder). Wie lässt sich dieser (quotenkillende) Verstoß gegen die elementarste Blogging-Regel (Kürze!!!) rechtfertigen? Die Antwort auf die Frage kann nur so lauten: </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Die Bewusst-machung komplexer, oft nicht auf den ersten Blick ersichtlicher Zusammenhänge erfordert eine </strong></span></span></span></strong><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><em><strong>diskursive Praxis</strong></em></span></span></span></strong><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>.</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> “Diskurs“ stammt von lat. “discurrere“ (=herumlaufen) ab, und besagter Themenkomplex ist ein “weites Feld“ mit viel Lauffläche, soll heißen vielen Kontexten und Subebenen. Kurz gesagt: seine adäquate Bewältigung ist nichts für “one thought &#8211; one paragraph“-Sprinter, sondern eine mühsame Marathondistanz, bei der es viele Hindernisse zu überwinden gilt. Manche Nuance, manchen Zusammenhang entdeckt man erst beim Schreiben, also in der diskursiven Praxis &#8211; das ist auch das Reizvolle an dieser Aufgabe, wohlwissend, dass die Bildschirmlektüre so langer Texte mühsam ist und viele, die sich so ein Thema überhaupt antun wollen, nach dem vierten Absatz wohl wegklicken. Man betreibt die Erkenntnisarbeit somit primär einmal für sich selbst und arbeitet die neu gewonnenen Facetten dann bei Auftragsarbeiten “in gebotener Kürze“ ein. Man kann als “long distance-Blogger“ somit auch nicht den Anspruch erheben, “Aufklärungsarbeit“ für eine Vielzahl von Menschen zu leisten.</span></span></span></p>
<div id="attachment_497" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/541597_original_r_k_b_by_gerd-altmann_pixelio-de.jpg"><img class="size-full wp-image-497" title="541597_original_R_K_B_by_Gerd Altmann_pixelio.de" src="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/541597_original_r_k_b_by_gerd-altmann_pixelio-de.jpg?w=640&#038;h=422" alt="" width="640" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Wut - das ambivalenteste aller Gefühle, auch im politischen Kontext</p></div>
<p><span style="font-size:large;">Natürlich lässt sich die Vermittlung großer gesellschaftspolitischer Zusammenhänge auch ganz anders, ohne Abtauchen in diskursive Praktiken, besorgen. Die Verbindung von ästhetischer Arbeit mit didaktischen Kniffen ist seit jeher ein probates Mittel. Brechts </span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Episches_Theater"><span style="font-size:large;">episches Theater</span></a><span style="font-size:large;"> etwa hat eine dialektische Verbindung von performativen Elementen mit (ideologischen) Metaebenen geschaffen. Die Mischung sollte, so die Hoffnung des Dramatikers, eine </span><strong><span style="font-size:large;"><strong>kathartische</strong></span></strong><span style="font-size:large;"> Wirkung auf die Zuschauer zeitigen. Das epische Theater geht dabei so vor, dass es die prinzipielle Mehrdeutbarkeit von Artefakten auf eine ein-deutige Aussagelinie bringt. Nur so kann die angestrebte </span><em><span style="font-size:large;"><em>katharsis</em></span></em><span style="font-size:large;"> universal greifen und die Ebene des Handelns (als Folge der Erkenntnis) erreicht werden. </span><strong><span style="font-size:large;"><strong>Dabei ist das epische Theater mit dem Zuschauer solidarisch: auch wenn es ihn demaskiert und via Bühnenspiegel seine eigene Fehlerhaftigkeit vorhält, so traut es ihm doch auch zu, sich und seine Gesellschaft durch den in den Stücken angelegten politischen Bewusstseinsbildungsprozess nachhaltig zu verändern.</strong></span></strong></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Das </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Gegenteil </strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">davon ist </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Nummernkabarett</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">, das auf spöttische Unterhaltung aus ist, und ästhetische Effekte (Sprache, Parodie etc.) allenfalls zum Selbstzweck (z.B. schnelle Bierzelt-Schenkelklopfer) einsetzt. </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Es ist mit dem Zuschauer nicht solidarisch, es will ihm nicht helfen und ihn auch nicht verändern</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">, was beide in der Regel auch einverstanden sind. (Oder haben Sie sich schon einmal darüber beklagt, dass </span></span></span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waldemar_Hartmann"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Waldi</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> keine moralischen Ansprüche an Sie oder auch an sich selbst erhebt? Eben. Obwohl: man </span></span></span><a href="http://www.express.de/fussball/-geballte-ladung-dummschwaetz--manni-breuckmann-zerreisst-tv-auftritt-von-waldi-hartmann,3186,10919174.html"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">könnte es ja tun</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">&#8230; Gut, das Beispiel jetzt ist kein klassisches Kabarett, sondern TV, das sich für kabarettistisch hält, was aber aufs Gleiche hinausläuft. Und um TV geht’s hier später eh auch noch, also passt das Beispiel)</span></span></span></p>
<p><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Beide Ansätze, i.e. der kathartische wie der schenkelklopfbegierige sind zu naiv, um die Probleme der heutigenWelt zu erfassen (wenn man das denn will)</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">. Ja, auch Brechts Konzeption des epischen Theaters ist obsolet geworden, wir trauen ihr längst nicht mehr zu, dass sie uns außerhalb der Theatermauern erschüttert oder gar moralisch anleitet. Das geht sich in der globalisierten Welt der Sachzwang-Systeme schon allein deshalb nicht mehr aus, weil die ökonomischen Verhältnisse so sehr ineinander verschachtelt sind, dass das Ziehen sauberer Trennlinien so ohne weiteres nicht mehr möglich ist. (Ein Beispiel wäre folgender Gedanke: Sozialsysteme und -fonds sind eine gute Sache. Damit sie aber mit dem Lebensstandard über Jahrzehnte mitwachsen können, müssen sie auch entsprechend veranlagt werden, also genau jenen Fonds und Seifenblasenkonstrukten zugeführt werden, welche für Finanzkrisen und Sozialstaatsdesaster verantwortlich sind und unsoziale Verhältnisse schaffen. Ich hatte vor ein paar Monaten das Vergnügen mich näher mit Risikoveranlagungen von SVA-Pflichtbeiträgen auseinanderzusetzen. Desillusionierend, kann ich nur sagen, oder etwas polemisch auch: Sozialhedgefonds.) </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Es gibt &#8211; und damit müssen wir uns abfinden &#8211; in der heutigen Welt Widersprüchlichkeiten, die für den einzelnen, aber auch für ganze Gesellschaften nicht aufzulösen sind &#8211; wie auch immer die politische Bewusstseinslage gestaltet ist.</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> Auch notwendige Maßnahmen wie etwa eine globale Finanztransaktionssteuer könnten die prinzipielle systemische Schieflage wohl nur abmildern, aber nicht beseitigen.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Damit bin ich nun endlich beim aktuellen Aufhänger dieser Geschichte angelangt, und zwar bei </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Roland Düringers </strong></span></span></span></strong><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=akQqj1Yi_uc&amp;feature=youtu.be"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>“Wut“-Auftritt</strong></span></span></span></a></strong><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong> in der </strong></span></span></span></strong><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><em><strong>ORF-Donnerstagnacht</strong></em></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> bei Alfred Dorfer. (Ich wage zu behaupten, dass diese 4 Minuten jetzt schon als eine Sternstunde des Fernsehens gelten können.) Düringers Rede kann nun weder der kühl-rationalen Didaktik-Konzeption Brechts zugeordnet werden und schon gar nicht einem unpolitischem Schenkelklopfer-Spottkabarett. Sie ist vielmehr ein Kind unserer Zeit mit all ihren Widersprüchen. Im Folgenden werde ich versuchen, die Sache Schritt für Schritt analytisch durchzugehen.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Zur performativen Ebene (des Kabarettistischen) wird ein politisches Programm mitgeliefert &#8211; nicht zwischen den Zeilen oder nach getaner Interpretationsarbeit, sondern ganz unmittelbar und wörtlich. </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Ruhig verlesen, hat die Rede das Zeug zum Manifest &#8211; bar jeden ironischen Untertons.</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> Sie ist &#8211; um in den dramatischen Polen von Ästhetik und Diskurs zu verbleiben &#8211; die rationalisierende Exegese ihrer Performanz.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Ich will versuchen zu erklären, was ich meine. Das Video funktioniert als </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Umspringbild</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">: die herausgeschriene Wut fördert grundlegende politische Forderungen einer zutiefst unzufriedenen Mittelschicht zutage, die mit eingespielten politischen Handlungsmustern (links-rechts, populistische Versprechungen etc.) nicht mehr abgespeist werden will. Das Gefühl der Wut bringt explosiv zur Sprache, was falsch läuft. Das da wäre: </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Die politische Praxis entpuppt sich als Selbstzweck korrupter Interessen im Kartell von Banken und Politik. Um diese zu perpetuieren wurden “Hamsterrad-Automatismen“ geschaffen,</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> eine davon wäre z.B. auch das oben von mir erwähnte Beispiel der “Sozialhedgefonds“. Dies ist Bild 1.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Bild 2 ergibt sich, wenn man den umgekehrten Weg wählt, also von der programmatischen Ebene ausgeht und von ihr auf die Wut schließt: </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Angesichts der Unentrinnbarkeit des “Hamsterrad“-Automatismus ist die politische Praxis unterhalb der Herrschaftsebenen mehr oder weniger wirkungslos geworden.</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> Anders gesagt: Die Möglichkeiten zur Veränderung enden (spätestens) an der Festung der “Hamsterrad-Automatismen“. Dabei kann es sich nun aber um keine wirkliche Demokratie mehr handeln. (Genau das moniert Düringer.) Wenn man seine Stimme nun nicht mehr abgibt und in Urnen wirft, sondern behält, um zu “schreien“ und sich Gehör zu verschaffen, dann hat dies einen speziellen Grund: in den eingespielten politischen und zweckentfremdeten demokratischen Mechanismen kann das durch die Stimme symbolisch repräsentierte “Selbst“ politisch nicht mehr ausgedrückt werden: </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>die “Hamsterrad-Automatismen“ haben ein (von vielen auch verinnerlichtes) Bild vom Menschen geschaffen, das ihn, wie Düringer es formuliert, als “Bioroboter“ begreift.</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> (Die Analogie zur Funktion der Maschine in Franz Kafkas Erzählung </span></span></span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/In_der_Strafkolonie"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">In der Strafkolonie</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> ist evident.) Die “Hamsterrad-Gesetze“ haben die Funktionen von “Geist und Seele“ ausgeschaltet. Innerhalb der Logik der Hamsterradsysteme, die &#8211; abgesehen von Banken-Politik-Kartellinteressen &#8211; nur mehr im “Wachkomabetrieb“ laufen, ist kaum Veränderung zum Guten zu erwarten. Um die Notwendigkeit zur Veränderung sichtbar zu machen, bleibt als Alternative nur mehr Verweigerung und Wut übrig. In etwa so sieht die Logik von Düringers Rede aus.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Die Wut ist nunmehr eine Folge der Erkenntnis, dass die den Menschen zur Verfügung gestellten demokratischen Möglichkeiten (Stimmen in Urnen werfen) so weit ausgehöhlt sind, dass sie ihre Wirkung verloren haben. All diese Erkenntnisse könnte man auch in einem Brecht-Stück so vorfinden. </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Der Unterschied zu Brechts epischem Theater besteht nun darin, dass bei Brecht immer emotio in ratio umgewandelt wird, hier aber auch ratio in emotio.</strong></span></span></span></strong></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Der Grund dafür ist folgender: Die Brecht&#8217;sche </span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><em>katharsis </em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">sieht soziale, ökonomische etc. Probleme als eine systemische Sackgasse der (systemimmanent nicht zu reformierenden) kapitalistischen Gesellschaftsform an. Dementsprechend wird gleich eine Alternative in Form eines umspannenden (marxistischen) Lösungsansatzes in Aussicht gestellt: ein neues System, die klassenlose Gesellschaft. Um sie zu erreichen, bedarf es, so die marxistische Theorie, zunächst einer kollektiven Umwandlung von emotio in ratio, sonst wird es nichts mit der Revolution. Wenn sich nämlich jeder für sich selbst abreagiert, ist das revolutionäre Potenzial im Kollektiv schnell verpufft, das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Genau dem versuchte Brecht durch epische gezielte Emotionshemmung vorzubeugen: die Erkenntnis soll sich nicht im ästhetischen Genuss erschöpfend verzehren (man weint im Theater, aber wenn man draußen ist, sind die Tränen getrocknet), sondern konserviert bleiben und über das Bewusstsein nachhaltig und v.a. außerhalb des ästhetischen Framework wirken.</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> Das klingt zugegebenermaßen für heutige Bewusstseinsverhältnisse antiquiert.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">In der Tat: An die Möglichkeit ganz anderer besserer Systeme und auch an Revolutionen glauben wir aus den verschiedensten Gründen nicht (mehr). Also bleibt uns nur, uns im Theater abzureagieren oder die Wut auf die Bühne zu holen. Genau das hat Düringer getan. Bürgerinitiativen haben diese Möglichkeit meist nicht, sie müssen einen anderen Zugang wählen. Meist wird dabei </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>vom Partikularen ausgegangen und (in der Folge) auf ein Ganzes geschlossen</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">. So etwa war es rund um die </span></span></span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_21"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Stuttgart 21-Bewegung</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> zu beobachten: der konkrete Anlass, das Bahnprojekt, wurde alsbald als als pars-pro-toto wahrgenommen, als Sinnbild für ein morsches Gesamtsystem. Erst an dieser Stelle kommt neben der Unzufriedenheit auch die Wut als Kategorie des politischen Handelns ins Spiel.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Ein alternatives System zu propagieren, maßen sich die heterogenen (und ideologisch nicht auf einen Nenner zu bringenden) </span></span></span><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-74184564.html"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Wutbürger</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">bewegungen nicht an: anders als noch ein Jahrzehnt zuvor &#8211; zumindest in Ansätzen &#8211; die </span></span></span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Attac"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Attac</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">-Bewegungen. An dieser Stelle ergibt sich nun eine gigantische Ambivalenz: wenn man Fehlentwicklungen als systemische Fehler erkannt (“Hamsterrad-Automatismen“) hat, aber nicht den Umsturz des Systems fordert, dann ist die Wut v.a. eines: Ausdruck eines Gefühls der Ohnmacht. Wer diese Sichtweise vertritt, verkennt aber eines: </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>die Konstruktion von Öffentlichkeit hat sich in den letzten Jahren von Grund auf gewandelt.</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> Das Bildnis einer aktiven Politik und einer passiven Öffentlichkeit (passiv mangels direkter Interventionsmöglichkeiten und Artikulationsmedien) jenseits von outspoken activists ist so nicht mehr aufrechtzuerhalten. Auch wenn das Schlagwort von der “partizipativen Öffentlichkeit“ insgesamt ein schwammiges ist, so dürfte doch feststehen, dass wir heute v.a. dank der </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>digitalen Möglichkeiten von Vernetzung, Meinungsäußerung und Mobilisierung in einem öffentlichen (Cyber-)Raum auch als Einzelne größere Partizipations- und Einspruchsmöglichkeiten in politischen Diskursen haben als früher</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">, obwohl natürlich auch in diesem Punkt </span></span></span><a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/04/12/netz-revolutionen-und-ihre-autoritaren-pushbacks/"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Vorsicht geboten ist</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">. (Diesen Aspekt mit all seinen Widersprüchlichkeiten en detail auszubreiten, würden den Rahmen dieses Textes aber vollends sprengen.) Wichtig ist v.a. das Ergebnis dieses Transformationsprozesses von “Öffentlichkeit“: </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Der gap zwischen Politik und Bürgern hat sich merklich verringert.</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> Um Unzufriedenheit zu äußern, ist heute nicht mehr so stark wie früher die Repräsentation durch einzelne Zamapanos vonnöten &#8211; auf diese Weise funktioniert der Rechtspopulismus seit 25 Jahren (“ER hat Euch nicht belogen, ER wird für Euch&#8230;) Das Rezept: die Frustration durch das Schüren von Ressentiments weiter steigern, via Anführerkult “Denkzettel“ für “die da oben“ versprechen &#8211; so ließen und lassen sich die Stimmen vieler unzufriedener Menschen ergattern. (Ist man einmal oben, braucht man die einst polemisch vorgetragenen Forderungen “gegen den Filz“ ja nicht mehr ernst nehmen. Das ist die Erkenntnis der Zeit zwischen 2000 und 2006&#8230; Aber das ist eine andere Geschichte)</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Der Düringer&#8217;sche “Wutbürger“ behält lieber die Stimme für sich und schreit. Im Wissen, dass es viele sind, vertraut er darauf, dass der Chor auch gehört wird. </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Denn natürlich werden die Möglichkeiten direkter Bürgerpartizipation niemals die repräsentative Demokratie ersetzen können. Aber ethischen Druck auf die repräsentative Demokratie ausüben können diese ungefilterten Stimmen sehr wohl.</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> (Genau um diese Thematik ging es in meinem vorgestrigen Blogpost.) Auch wenn man sich dessen bewusst ist, dass die imperfekten Systeme im “Wachkomabetrieb“ wohl nicht von Grund auf reformiert werden können.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Wenn der Handlungsspielraum als insgesamt eingeengt wahrgenommen wird, </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>den Vertretern der repräsentativen Demokratie aber nicht mehr zugetraut wird, dass sie den geringen Aktionsradius (frei von Hamsterrad-Interessen) sinnvoll nützen, dann schlägt die Wut zu. Konstruktiv und (meist) auf sachlicher Ebene. </strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">So begann </span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><em>Stuttgart 21</em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Zum Abschluss möchte ich auf die performative Ästhetik von Düringers Wutrede eingehen: Anhand der noch zu Beginn des Stückes zu vernehmenden Lacher im Publikum und auch auf Grund des vorangehenden kabarettistischen Geplänkels zwischen Düringer und Dorfer (Vorname “Geht Sie nix an“, Nachname Düringer), ist die automatische Erwartungshaltung des Zuschauers (auch vor den TV-Geräten bzw. Computerbildschirmen) wohl die, dass nun eine Satire kommt, eine Wutbürger-Parodie. Eine Parodie baut in den meisten Fällen auf Distanz zum Parodierten auf. Sehr rasch wird hier aber klar, dass Düringer auf die Persiflage verzichtet, auch wenn diese auf Grund der zuvor beschriebenen Ambivalenzen sehr leicht möglich wäre. Die Rede ist zwar auch eine Karikatur, aber v.a. hat sie </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>affirmativen Charakter</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">. </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Dieser Effekt ist durchaus ungewöhnlich</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">. Und Düringer treibt es auf die Spitze. Er geht sogar soweit, dass das Publikum am Ende (abgesprochen oder nicht) in den Schlachtruf “wir sind wütend“ einstimmt &#8211; ganz so als stünde der Sturm auf die Bastille erneut bevor, als würden wir noch an Revolutionen glauben &#8211; während man in Wahrheit im TV-Kabarett sitzt. Auf diese Weise wird das Ganze wieder zu Karikatur, denn ein klassischer revolutionärer Gestus mit erhobener Faust passt eben nicht zu einem Wütenden, der Ideologen prinzipiell misstraut. (Es wäre so, als würde man wild mit einer Pistole drohen und gleich dazusagen, dass sie nicht geladen ist.) Walter Gröbchen hat bei Facebook die Frage gestellt, ob der Auftritt parodistischer Natur ist, “oder [...] es ihm [Düringer]gar ernst ist“. Ich meine, beides ist zugleich möglich. Ganz ohne Gesichtsverlust. Corinna Milborn, hat, ebenfalls in Facebook, sehr schön die </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Ambivalenz auf den Punkt gebracht, dass im Falle Düringers eine Parodie als ernst rezipiert wird, während eine ernst gemeinte Erklärung, in Gestalt des </strong></span></span></span></strong><strong><a href="http://www.youtube.com/watch?v=oOaScC52edg"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>Auftritts von Finanzministerin Maria Fekter in der WU-Wien</strong></span></span></span></a></strong><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>, als Parodie rezipiert wird</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Man kann m.E. soweit gehen und sagen, dass es gerade die Ambivalenz ist, die Düringers Rede letztlich so ernstzunehmend macht. So nämlich erhebt sie sich &#8211; in Anlehnung an den philosophischen Begriff von der “kritischen Solidarität“ &#8211; zur </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>parodistischen Solidarität</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">. Würde die Ambivalenz ausgeblendet bleiben oder gar Brechtianisch “vereindeutigt“, dann bliebe dem Stück wohl der Zugriff auf unsere eigenen ambivalenten Wahrnehmungskategorien bzgl. der (politischen) Gegenwart verwehrt. Die Rede würde als Parodie schlechthin rezipiert.</span></span></span></p>
<p><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Nicht zuletzt auch passt sich die Form der Darstellung dem vorgestellten Inhalt an, denn </span></span></span><strong><span style="color:#000000;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><strong>die Wut ist unter den Gefühlen wohl das ambivalenteste</strong></span></span></span></strong><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">: sie ist rückwärts- und vorwärtsgewandt zugleich. Sie stellt eine Quittung für Vergangenes aus, und sie fordert zugleich Zukünftiges. In diesem Sinne kann ich, gerade in Zeiten voller Ambivalenz, </span></span></span><a href="http://www.tocotronic.de/"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Tocotronic</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"> nur zustimmen, wenn sie singen: “Im Zweifel für den Zweifel // Das Zaudern und den Zorn.“ (</span></span></span><em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;"><em>Tocotronic</em></span></span></span></em><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">, </span></span></span><a href="http://www.youtube.com/watch?v=7j3trCjVM8Q"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Im Zweifel für den Zweifel</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">, Album: </span></span></span><a href="http://www.amazon.de/Schall-Wahn-Tocotronic/dp/B002ZHIPT4/ref=sr_1_1?s=music&amp;ie=UTF8&amp;qid=1323609061&amp;sr=1-1"><span style="color:#0066cc;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">Schall &amp; Wahn</span></span></span></a><span style="color:#444444;"><span style="font-family:Georgia, 'Bitstream Charter', serif;"><span style="font-size:large;">, Vertigo Records, 2010)</span></span></span></p>
<p><em>PS: Der oben stehende Text zählt 2345 Wörter. Damit ist er immerhin noch um 23566 Wörter kürzer als die EU-Verordnung zum Import von Karamellbonbons. Auch diese Erkenntnis verdanke ich &#8211; neben vielem anderen &#8211; Roland Düringers Wut.</em></p>
<p><span style="text-decoration:underline;">Bild:</span> <em>Gerd Altmann / <a href="http://pixelio.de">pixelio.de</a></em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/medienleiter.wordpress.com/490/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/medienleiter.wordpress.com/490/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/medienleiter.wordpress.com/490/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/medienleiter.wordpress.com/490/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/medienleiter.wordpress.com/490/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/medienleiter.wordpress.com/490/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/medienleiter.wordpress.com/490/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/medienleiter.wordpress.com/490/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/medienleiter.wordpress.com/490/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/medienleiter.wordpress.com/490/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/medienleiter.wordpress.com/490/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/medienleiter.wordpress.com/490/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/medienleiter.wordpress.com/490/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/medienleiter.wordpress.com/490/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=490&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Zivilgesellschaft und Mediendemokratie: Der österreichische Holzweg. Eine Analyse und 4 Anregungen.</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 21:55:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>medienleiter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ende der vergangenen Woche wehte ein steifer Nordwind durch  Medienösterreich. Er kam unerwartet und von außen, in Gestalt eines Berichtes des NDR-Medienmagazins ZAPP über unheilvolle Allianzen, die Politik und Medien hierzulande bilden. Wir alle wissen davon, und haben uns in der Praxis doch längst mit &#8230; <a href="http://medienleiter.wordpress.com/2011/12/09/zivilgesellschaft-und-mediendemokratie-der-osterreichische-holzweg-eine-analyse-und-4-anregungen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=medienleiter.wordpress.com&amp;blog=17804096&amp;post=480&amp;subd=medienleiter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende der vergangenen Woche wehte ein steifer Nordwind durch  Medienösterreich. Er kam unerwartet und von außen, in Gestalt <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/oesterreich203.html">eines Berichtes</a> des <a href="http://ndr.de/">NDR</a>-Medienmagazins <em>ZAPP</em> über unheilvolle Allianzen, die Politik und Medien hierzulande bilden. Wir alle wissen davon, und haben uns in der Praxis doch längst mit &#8222;der Realität&#8220; abgefunden. Hin und wieder gibt&#8217;s etwas Aufregung, etwa als vor einigen Wochen Verdachtsmomente auftauchten, dass Inserierungstätigkeiten seitens öffentlicher Stellen allzu freunderlwirtschaftsmäßig durchgeführt wurden. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Empörung legt sich schnell, sie ist <em>emotional</em> gesteuert, wallt auf und schwillt ab. Konsequente Hartnäckigkeit gegenüber Inakzeptablem ist anders, sie baut sich langsamer auf und beruht auf <em>ratio</em>. Diesen Spagat zwischen <em>ratio</em> und <em>emotio</em> schafft der <em>NDR</em>-Bericht. Er erzählt nichts Neues, aber er nennt Dinge beim Namen, verbindet sie zu einem Ganzen und führt in Form beißender Ironie eine Wahrnehmungskategorie ein, die wir bei der Beschäftigung mit &#8222;unserer&#8220; Normalität verlernt haben: Ekel. Als ich diese mir längst bekannten Praktiken so schonungslos präsentiert bekam und anderen (deutschen) Realitäten und Umgangsformen mit korruptionsverdächtigen Strukturen gegenübergestellt sah, hat es mich gebeutelt vor Ekel.</p>
<p>Das kleine Feature dauert nur etwas mehr als fünf Minuten, und doch sind diese fünf Minuten vielleicht die wichtigsten, die über diese spezielle Facette Österreichs je berichtet  wurden. Nachdem ich den Beitrag zu Ende gesehen hatte, habe ich <a href="https://twitter.com/#!/leiterm">getwittert</a>: &#8222;Die dringend nötige Watsche von außen!&#8220; Und doch leistet der Bericht weit mehr als eine schallende Ohrfeige für ein Land, das sich im Herzen Europas wähnt. Der <em>ZAPP</em>-Bericht führt den biedermeierlich wurschtigen Umgang mit herrenbauernartigen Machtgebrauch in einer Weise vor, die das partikulare Problem zu einer gleichsam allegorischen pars-pro-toto-Erzählung ausweitete. <strong>Mit einem Mal stand nicht nur ein bananenrepublikanisches  Medien-Politik-Geflecht am Pranger, sondern der IST-Zustand der zivilgesellschaftlichen Kultur, also letztlich auch der demokratiepolitischen Qualität made in Austria.</strong> Um diese ist es seit einem Vierteljahrhundert nicht gut bestellt, seit der (Rechts)Populismus mit seiner opportunistischen Logik Stück für Stück &#8211; auch abseits der einschlägig verdächtigen Parteien &#8211; die politischen und gesellschaftlichen Diskurse usurpiert hat und als Argumentationsweise selbstverständlich geworden ist. Das kommt einer Ent-ekelung des Ekelhaften gleich und ist in mehrerlei Hinsicht fatal. Darauf wird noch gesondert einzugehen sein.</p>
<div id="attachment_486" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/497801_web_r_k_b_by_gerd-altmann_pixelio-de2.jpg"><img class="size-full wp-image-486" title="497801_web_R_K_B_by_Gerd Altmann_pixelio.de" src="http://medienleiter.files.wordpress.com/2011/12/497801_web_r_k_b_by_gerd-altmann_pixelio-de2.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Journalismus - die Königsdiszplin von Zivilgesellschaften</p></div>
<p>Zurück zum <em>ZAPP</em>-Bericht. Bei <em>Twitter</em> war das Topic sofort hot, bei <em>Facebook</em> detto, bei den Online-Portalen der Holzmedienzunft herrschte dagegen tote Hose. Wenn man den Beitrag gesehen hat, versteht man sofort warum. (Wiewohl es in Zeiten sozialer Netzwerke natürlich absurd ist zu glauben, dass man in etwas totschweigen kann, was &#8222;da draußen im Netz&#8220; oder in deutschen TV-Sendern sich ereignet.) <strong>Nun ist es natürlich nicht so, dass in Österreich keine Aufklärungstätigkeit geleistet würde. In den letzten Jahren hat sich sogar einiges zum Guten gewandelt.</strong> Eine Korruptionsstaatsanwaltschaft wurde gegründet, und auch zu den konkreten Vorwürfen rund um die Inseratenschaltungen der Politik in für sie wichtigen (Boulevard)Medien, die im Gegenzug freundliche Berichterstattung garantieren soll, laufen Ermittlungen. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss ist ebenfalls mit der Thematik befasst, und ein neues (diese Woche <a href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/715328/Regierung-verordnet-sich-Kopfverbot-fuer-Inserate?from=gl.home_kultur">verabschiedetes</a>) Gesetz soll künftig für mehr Transparenz sorgen. Das ist richtig und gut so. Der Anlass gebietet es auch.</p>
<p><strong>All das ersetzt aber nicht einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, der</strong></p>
<p><strong>a.) partikulare Probleme in einer ganzheitlichen Perspektive sieht,</strong></p>
<p><strong>b.) ethische Standards via zivilgesellschaftlichen Konsens festlegt und</strong></p>
<p><strong>c.) deren Einhaltung im politischen, wirtschaftlichen und medialen Machtstrukturen unablässig einmahnt und mit wachem Auge beobachtet.</strong></p>
<p>Stellt man solche Forderungen auf, dann ertönt von manchen Seiten natürlich gleich das übliche Gutmenschenpoliticalcorrectness-Empörungsgeschrei, aber <strong>Qualitätsdemokratien zeichnen sich genau durch solche Standards aus, und die sorgen letztenendes nachhaltig und im großen Stil für Empörungsprävention</strong> - nicht wie die von Rechtspopulisten  angebotene kurze emotionalen Aufwallung, welche bei manchen Zeitgenossen in eine resignative &#8222;De dans sies eh richtn do obn, wias as woin, und do konn ma nix mochn&#8220;-Stimmung mündet, was wiederum &#8222;Protestwählerstimmen&#8220; generiert, die &#8222;Denkzettel&#8220; verkünden, aber leider immer vergessen zu sagen, was denn aus ihrer Sicht konkret bedacht werden sollte. (Dass die Empfänger dieser Proteststimmen den zuvor polemisch angeprangerten Filz dann selbst weiterführen und sogar ausbauen, hat uns die Zeit zwischen 2000 und 2006 recht schauerlich gelehrt, allen geschwungenen Reden &#8222;gegen den Filz da oben&#8220; zum Trotz . In diesem Zusammenhang ist auch eine Unterscheidung zwischen Populismus und Emotionalisierung vonnöten: <strong>Emotionalisierung ist, anders als manche meinen, nämlich nicht per se etwas Schlechtes sondern unabdingbar: Empathie als Voraussetzung für gesellschaftliches Handeln ist z.B. zunächst nichts anderes als Emotion. Jedoch muss Emotionalisierung immer auch die Strukturen von Handlungen und Fehlhandlungen berücksichtigen.</strong> Es ist in diesem Sinn ein großer Unterschied, ob <a href="http://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DakQqj1Yi_uc%26feature%3Dyoutu.be&amp;h=RAQGT1vFDAQFfBXqgx0vWYyvDsgvwoRJp-frKZTu302Fdqw">so</a> emotionalisiert wird oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OraFE9HeRpY">so</a>. (Wie sich der Populismus der Politik und der Populismus der &#8222;kleinen Leute&#8220; strukturell bedingen und eine downward-spiral nach unten in Gang setzen habe ich vor einiger Zeit <a href="http://mleiter.twoday.net/stories/herrschaftssimulakrum-oder-der-doppelte-boden-des-populismus-anmerkung/">hier</a> zu analysieren versucht.)</p>
<p><strong>Cui bono?</strong></p>
<p>Ein <strong>normativer zivilgesellschaftlicher Ansatz</strong> würde letztlich den Blick für Missbrauch der Macht durch Politiker aber auch durch Medien schärfen. <strong>Es muss im Zusammenhang mit den in so geballter Form aufgetretenen Korruptionsfällen der jüngeren Zeitgeschichte schon auch die Frage gestellt werden, wie sich so ein Missbrauchssystem  überhaupt etablieren konnte, und ob ein kritischerer zivilgesellschaftlicher Diskurs nicht manches hätte verhindern können.</strong> Die ganzheitliche Perspektivik wäre beim Aufzeigen von Problemen sehr hilfreich, da man so rasch erkennen könnte, dass viele der Probleme (Korruptionsfälle, Bankenpleiten, Bildungspolitik etc.), die Österreich in Sachen Zivilgesellschaft und Demokratiepolitik hat, ähnliche Muster aufweisen: herrenbauernhafter Umgang mit Macht bar normativer Standards (Stichwort: &#8222;wo woa mei Leistung?&#8220;), die im populistischen Diskurs so gerne als &#8222;political correctness&#8220; der &#8222;Gutmenschen&#8220; lächerlich gemacht wird. Was das Anforderungsprofil seitens der Zivilgesellschaft an die politischen, wirtschaftlichen aber auch medialen Machtstrukturen betrifft, ist &#8211; so pauschal es klingt &#8211; das Level in Deutschland ein ungleich höheres. Wer deutsche Medienberichte über deutsche Innenpolitik verfolgt oder Journalistenfragen bei deutschen und österreichischen Pressekonferenzen miteinander vergleicht, wird diesen Eindruck nur bestätigen können. <strong>Die normative Kraft der Zivilgesellschaft lässt sich übrigens auch daran erkennen, dass es im Nachbarland eine Rücktrittsautomatik gibt, wenn das Überschreiten der Schwelle von Akzeptablem/Inakzeptablem oder Sagbarem/Nicht-Sagbarem ruchbar wird.</strong> (Jede Wette: In Österreich wäre zu Guttenberg  leicht um den Rücktritt herumgekommen.) Das bedeutet natürlich nicht, dass Deutschland ein Schlaraffenland in Sachen Demokratiepolitik ist, aber außer Streit steht, dass die Selbstreinigungsmchanismen bei Fehlentwicklungen sehr viel nachhaltiger funktionieren als in Österreich. Als  Beispiel kann hier das auch medial nachvollziehbare tief in die Strukturen gehende Aufklärungsinteresse rund um die vor einiger Zeit bekannt gewordenen Neonazi-Mordserie erwähnt werden. <strong>Die  über einen langen Zeitraum entwickelte zivilgesellschaftliche Ethik sorgt für den nötigen Systemreinigungsdruck &#8222;von unten&#8220;. Eine Zivilgesellschaft hingegen, die zu großen Teilen gewohnt ist, sich (rechts)populistischen Instinkten (der gesund <a href="http://www.youtube.com/watch?v=7wzuDr9VaFM">&#8222;Hausverstand&#8220;</a> hinzugeben muss an solchen Herausforderungen naturgemäß scheitern und ist letztlich auch nicht sensibel genug, um korrupte <em>Strukturen</em> zu erkennen und in ihrer Dimension zu ermessen.</strong></p>
<p><strong>Die Rolle der Medien: Der Holzweg</strong></p>
<p>Vom Zustand einzelner korrupter Bäume auf den Gesamtzustand des Waldes zu schließen, ist natürlich eine zentrale Aufgabe des Journalismus, wenn auch nicht ausschließlich. (Dass ich mich in diesem Zusammenhang mit den im <em>ZAPP</em>-Bericht angeprangerten Missständen natürlich nur auf solche beziehen kann, die nicht Teil des Politik-Mediengeflechtes sind, versteht sich von selbst.)  Was man vom österreichischen Mainstream-Journalismus zu Fragen der österreichischen Demokratie serviert bekommt, sind meist Berichte, die</p>
<p>a.) im Chronikalstil abgefasst (der Nationalrat beschließt&#8230;) sind und den &#8222;großen Kontext&#8220; außen vor lassen, oder</p>
<p>b.) solche, die meist via <a href="http://www.ots.at/politik/">OTS-Aussendungen</a> das parteipolitische Schlammschlachtzitate-Pingpong ungefiltert in den medialen Diskurs umleiten, wo der &#8222;große Kontext&#8220; (unsere Demokratie) dann auch nur als substanzlose, populistische Platitüdensuppe rüberkommt.</p>
<p>Natürlich wird (an den Rändern des Mainstreams) <strong>auch in Österreich vortreffliche journalistische Analysearbeit</strong> geleistet, erwähnt seien hier <a href="http://datum.at/">Datum</a>, Martin Blumenaus <a href="http://fm4.orf.at/journal11">Journal</a> bei <em>FM4</em>, oder das Blog <a href="zurpolitik.com/">zurPolitik.com</a>, wo immer wieder Verbindungen zwischen Medien- und Demokratiepolitik hergestellt werden. <strong>In Summe aber sind diese Ausnahme zu wenig, um jenen Druck zu erzeugen, der präventiv gegen Machtmissbrauch wirkt und die Wahrung einer zivilgesellschaftlichen Ethik wenn schon nicht garantiert, so doch zumindest nachhaltig fördert. Und auch das hierzulande so gerne praktizierte Weggrinsen, Wegjoken, oder Abwiegeln direkter Problemansprache (via Standardfloskeln) unmöglich macht.</strong> (Genau diese Mischung bekommt man im <em>ZAPP</em>-Bericht in Gestalt des Bundeskanzlers serviert, nebst sichtbarer Verwunderung, dass dieser Gestus, der im medialen Inlandsgebrauch so tadellos funktioniert, von internationalen Medienvertretern eben gar nicht goutiert wird.)</p>
<p><strong>What can be done? 4 Anregungen</strong></p>
<p>Was können Journalisten konkret tun, wenn sie in ihrer täglichen Arbeit neben der Prozessperspektive, also den zerfaserten Meldungen, den Blick auf das &#8222;Projekt Demokratie&#8220; als Ganzes fokussieren wollen?</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>1.) External framing:</em></span></p>
<p>Der <em>ZAPP</em>-Bericht zeigt es vor: <strong>Außensichtweisen in die Innenperspektiven einfließen lassen</strong>: dies ermöglicht nicht zuletzt eine Messung der eigenen Verhältnisse an den Maßstäben anderer. So wird der so abstrakt klingende Begriff der &#8222;demokratischen Qualität&#8220; quasi empirisch überprüfbar. (Im <em>ZAPP</em>-Bericht, gleich im ersten Satz, geht dieser Vergleich für Österreich verheerend schlecht aus&#8230;) Die Einbeziehung externer Perspektiven gehört im österreichischen Journalismus nicht zum Standard. Auch nicht die explizite Bezugnahme auf international anerkannte normative &#8222;Demokratieratingagenturen&#8220; wie <a href="www.transparency.org/">Transparency International</a>. Jedenfalls nicht regelmäßig, wenn es um innenpolitische Fragen geht. Externe Perspektiven fließen meist nur alle paar Jahre in Form von 1-2-Satz-Auslandspressestimmen anlässlich von Bundespräsidenten- oder Nationalratswahlen in die Berichterstattung ein. Deutsche Medien wählen hier durchaus andere Zugänge. Die Einbeziehung von Fremdwahrnehmungen spielt eine deutlich größere Rolle im gedruckten wie elektronischen Alltag (v.a. in &#8222;Qualitätsmedien&#8220;, aber zum Teil sogar am Boulevard.)  Das Argument, deutsche Innenpolitik würde in der Weltöffentlichkeit intensiver beobachtet werden als &#8222;das kleine Österreich&#8220;, mag stimmen, wer aber Google News gezielt researched, wird rasch merken, dass in internationalen Medien (und nicht nur in deutschsprachigen) sehr viel mehr &#8222;auf uns&#8220; geschaut wird, als vielfach angenommen. Die die analytische Fernsicht kann &#8211; wie im Falle des <em>ZAPP</em>-Berichtes &#8211; ein sehr wertvolles Positionsbestimmungstool sein. Auch wenn dabei am Ende Ekelgefühle herauskommen&#8230;</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>2.) Forcierung von Data Driven Journalism:</em></span></p>
<p>Was mir im Zusammenhang mit ambitioniertem Journalismus, der Strukturen sichtbar machen will, ebenfalls dringend geboten erscheint, ist eine intensive Beschäftigung mit den Möglichkeiten von <a href="storify.com/leiterm/datenjournalismus">Data Driven Journalism</a>. In dieser Hinsicht gibt es gerade in österreichischen Medien viel Aufholbedarf. Dabei haben die digitalen Erzählmöglichkeiten und -visualisierungen die Chancen für Transparenz und das Sichtbarmachen des &#8222;long tail&#8220; von Korruptions- und anderen Geschichten erheblich erweitert. Wenn dabei, als logisches Nebenprodukt, auch die Forderungen nach mehr OpenData lauter würden, wäre der demokratischen Kultur auch schon ein klein wenig geholfen.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>3.) Journalismus-FHs: Ausbildung vs. Bildung:</em></span></p>
<p>Dass die vor einigen Jahren gegründeten FHs in ihren Curricula wenig Energie darauf verwenden, ihre Studierenden als Demokratiekulturspürhunde auszubilden, liegt auch am Legitimationsdruck und der seltsamen Dichotomoe zwischen Bildung und Ausbildung: Journalismusgesetze auswendig lernen ist AUSbildung, Demokratie verstehen ist klassische Bildung. Der Markt verlangt &#8211; neoliberaler Imperativ! &#8211; aber handfeste Ausbildung. Dabei ist gerade die Fähigkeit zur Kontextualisierung das zentrale Aufklärungsinstrumentarium des Journalismus. Das klingt sehr schulmeisterlich, aber eine kritische Diskussion über die Aufgaben der Journalistenausbildungsinstitutionen in diesem Land könnte durchaus einmal auf breiter Basis geführt werden.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>4.) Ehrliche Diskussion über Geschäftsmodelle für Journalismus im Nicht-Medienmarkt Österreich:</em></span></p>
<p>Dass im Falle des Politik-Medien-Filzes der Wille mancher (Holzmedien)Verlage, harten Aufklärungsjournalismus zu betreiben, nicht gerade sehr ausgeprägt gewesen ist, liegt auf der Hand: wer sägt schon gerne am Anzeigenast, auf dem er sitzt, und wer beißt schon gern die Hand, die einen füttert. Und gerade auch in diesem Punkt sind die zivilgesellschaftlichen Versäumnisse nur allzu spürbar. Heuchelei anstatt Dingen offen anzusprechen. Ich erinnere mich noch gut an meine Medienmanagement-Ausbildung, wo in einem Seminar das Prinzip politischer Hofberichterstattung als unumgänglich gelehrt wurde, da sich Medien anders nicht über Wasser halten könnten. Österreich sei kein Medienmarkt. Nachsatz: Aber meine Damen und Herren, psssst, das muss nach außen natürlich immer energisch in Abrede gestellt werden! Nach dem Motto: Unter den Teppich gekehrt, aus dem Sinn. <strong>Dabei täte nichts mehr Not, als eine ehrliche und mit offenem Visier geführte Diskussion über genau solche (markt)strukturellen Fragen: wie kann sich Journalismus in einem kleinen Land finanzieren, welche Geschäftsmodelle taugen, welche transparenten Förderungen sind nötig, um eine lebendige Medienlandschaft zu haben etc.</strong> So und nur so könnte sich eine win-win Situation für beide ergeben: für die Demokratie und für die Medien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="text-decoration:underline;">Bild:</span> <em>Gerd Altmann / <a href="http://pixelio.de">pixelio.de</a></em></p>
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