medienleiter proudly presents: datenleiter! – #Datenjournalismus #OpenData

Nach medienleiter & gourmetleiter folgt nun der dritte Streich im Leiter’schen Blogimperium: datenleiter. Nun, wo Open Data nicht mehr wegzudenken ist aus den digitalen Mediendiskursen unserer Tage und Data Driven Journalism (DDJ) ein Thema ist, mit dem ich mich seit gut 2 1/2 Jahren intensiv auseinandersetze, ist es an der Zeit, selbst datenjournalistisch aktiv zu werden.

Wenn Sie das medienleiter-Blog kennen, werden Sie bemerkt haben, dass DDJ und OpenData hier immer wieder Thema sind. Sie werden sich vielleicht fragen, warum ich mein Vorhaben nicht im Rahmen der bereits bestehenden Struktur umsetze. Der Grund ist folgender: medienleiter ist auf der Metaebene angesiedelt, es ist Reflexion, Analyse und Versenkung ins Detail, kurzum: der LANGE Atem meiner Beschäftigung mit digitalen Medien und ihren Verstrickungen in ökonomische, politische und kulturelle Zusammenhänge. Dazu kommt: medienleiterist extrem textlastig, ein BLOB-Gebilde par excellence – für das Großhirn (abstraktes Denken) ein Genuss :-) , für die Binärstrukturen von Computern dafür ein Graus :-(

datenleiter ist dagegen schonungslose Praxis, hier wird auf Erkenntnisvermittlung im KURZEN Zeitintervall gesetzt. Und: Seine Basis sind maschinenverarbeitete Datensätze.

Auch die journalistische Dimension ist bei datenleiter eine ganz andere: während es beim (analytischen) Textjournalismus immer um das Hinzufügen von Aspekten, Nuancen etc. geht, so ist Datenjournalismus vom Prinzip her mit der Bildhauerei verwandt: in die Masse von Facts & Figures werden Konturen eingemeißelt, um so die Antlitze der in ihnen lauernden Geschichten sichtbar zu machen. Wie der Bildhauer arbeitet auch der Datenjournalist reduktionistisch: wird dort Stein weggehauen und -gekratzt, so sind es in unserem Gewerbe die unnötigen Daten, die entfernt werden müssen, da sie den Blick auf die Geschichte(n) und ihre wesentlichen Komponenten verstellen. Der Begriff “Daten-satz” erhält auf diese Weise neben seiner binären Bedeutung auch eine klassisch narrative.

Aus der Summe dieser Überlegungen heraus erschien es mir sinnvoller, madienleiter und datenleiter getrennt voneinander zu betreiben. (Einen so langen Text wie diesen werden Sie im datenleiter-Blog auch nie mehr finden. Versprochen!)

Diese 6 W’S erwarten Sie bei datenleiter:

  • Wer? Markus Leiter aka medienleiter
  • Was? Themen quer durch durch das (Open)Data-Beet
  • Wie? verschiedene Formen und Formate: Grafiken, Interactives, Embedding (z.B. Google Public Data Explorer) etc.
  • Wann? 2 Mal pro Woche (bei Bedarf auch öfter)
  • Wo? nationale und internationale Themen
  • Warum? Wissen muss in Zeiten von Informationsproliferation und knappen Aufmerksamkeitsressourcen aUf einen Blick und entsprechend visualisiert vermittelt werden

Guideline:

Ich orientiere mich an Aron Pilhofer, Leiter des Interactives-Department der New York Times, der die folgenden 6 Postulate anlässlich seines Keynote-Vortrages beim scoopcamp 2010 in Hamburg formuliert hat. (Ich habe hier darüber berichtet, inkl. embedded Video-Interview)

  • Daten sind der Beginn journalistischer Erzählungen, nicht ihr Ende
  • Man muss als Journalist die Daten erst selbstverstehen, bevor man daran gehen kann, sie zu veröffentlichen
  • Journalistische Accuracy muss Hand in Hand gehen mit Daten-Accuracy. Letztlich, so Pilhofer, trägt der Journalist und Herausgeber die Verantwortung für das, was er publiziert.
  • Die Daten müssen bei Datenjournalismus von vornherein  in ein übergeordnetes narratives Konzept eingebaut sein.
  • Bei der Daten-Auswahl ist Fokussierung auf das Wesentliche geboten: Only publish figures that tell the story! Alles, was darüber hinausgeht (komplexe Tabellen, Listen etc.), ist lt. Pilhofer „Data-Porn“
  • Die wirklich wichtigen Informationen sollten dann visualisiert und interaktiv gemacht werden. Aufgabe der Visualisierung: „Tell me the story!“

In diesem Sinne: In medias res oder besser: In medias data!

Das hier Gelesene auf einen Blick visuell dargestellt (ist zwar noch nicht wirklich Datenjournalismus, aber ein erster Schritt dorthin…):

“]

[erstellt mit wordle.net

 [PS: Dieser Text ist fast wortgleich auf datenleiter.blogspot.com erschienen. Wenn Sie sich darüber wundern, wundern Sie sich einfach nicht! ;-) ]

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