Die parodistische Solidarität: Roland Düringers Wutrede

medienleiter-Texte zur österreichischen Zivilgesellschaft, Medien- und Demokratiepolitik geraten meist sehr lang, so wie vorgestern (und wohl auch heute wieder). Wie lässt sich dieser (quotenkillende) Verstoß gegen die elementarste Blogging-Regel (Kürze!!!) rechtfertigen? Die Antwort auf die Frage kann nur so lauten: Die Bewusst-machung komplexer, oft nicht auf den ersten Blick ersichtlicher Zusammenhänge erfordert eine diskursive Praxis. “Diskurs“ stammt von lat. “discurrere“ (=herumlaufen) ab, und besagter Themenkomplex ist ein “weites Feld“ mit viel Lauffläche, soll heißen vielen Kontexten und Subebenen. Kurz gesagt: seine adäquate Bewältigung ist nichts für “one thought – one paragraph“-Sprinter, sondern eine mühsame Marathondistanz, bei der es viele Hindernisse zu überwinden gilt. Manche Nuance, manchen Zusammenhang entdeckt man erst beim Schreiben, also in der diskursiven Praxis – das ist auch das Reizvolle an dieser Aufgabe, wohlwissend, dass die Bildschirmlektüre so langer Texte mühsam ist und viele, die sich so ein Thema überhaupt antun wollen, nach dem vierten Absatz wohl wegklicken. Man betreibt die Erkenntnisarbeit somit primär einmal für sich selbst und arbeitet die neu gewonnenen Facetten dann bei Auftragsarbeiten “in gebotener Kürze“ ein. Man kann als “long distance-Blogger“ somit auch nicht den Anspruch erheben, “Aufklärungsarbeit“ für eine Vielzahl von Menschen zu leisten.

Wut - das ambivalenteste aller Gefühle, auch im politischen Kontext

Natürlich lässt sich die Vermittlung großer gesellschaftspolitischer Zusammenhänge auch ganz anders, ohne Abtauchen in diskursive Praktiken, besorgen. Die Verbindung von ästhetischer Arbeit mit didaktischen Kniffen ist seit jeher ein probates Mittel. Brechts episches Theater etwa hat eine dialektische Verbindung von performativen Elementen mit (ideologischen) Metaebenen geschaffen. Die Mischung sollte, so die Hoffnung des Dramatikers, eine kathartische Wirkung auf die Zuschauer zeitigen. Das epische Theater geht dabei so vor, dass es die prinzipielle Mehrdeutbarkeit von Artefakten auf eine ein-deutige Aussagelinie bringt. Nur so kann die angestrebte katharsis universal greifen und die Ebene des Handelns (als Folge der Erkenntnis) erreicht werden. Dabei ist das epische Theater mit dem Zuschauer solidarisch: auch wenn es ihn demaskiert und via Bühnenspiegel seine eigene Fehlerhaftigkeit vorhält, so traut es ihm doch auch zu, sich und seine Gesellschaft durch den in den Stücken angelegten politischen Bewusstseinsbildungsprozess nachhaltig zu verändern.

Das Gegenteil davon ist Nummernkabarett, das auf spöttische Unterhaltung aus ist, und ästhetische Effekte (Sprache, Parodie etc.) allenfalls zum Selbstzweck (z.B. schnelle Bierzelt-Schenkelklopfer) einsetzt. Es ist mit dem Zuschauer nicht solidarisch, es will ihm nicht helfen und ihn auch nicht verändern, was beide in der Regel auch einverstanden sind. (Oder haben Sie sich schon einmal darüber beklagt, dass Waldi keine moralischen Ansprüche an Sie oder auch an sich selbst erhebt? Eben. Obwohl: man könnte es ja tun… Gut, das Beispiel jetzt ist kein klassisches Kabarett, sondern TV, das sich für kabarettistisch hält, was aber aufs Gleiche hinausläuft. Und um TV geht’s hier später eh auch noch, also passt das Beispiel)

Beide Ansätze, i.e. der kathartische wie der schenkelklopfbegierige sind zu naiv, um die Probleme der heutigenWelt zu erfassen (wenn man das denn will). Ja, auch Brechts Konzeption des epischen Theaters ist obsolet geworden, wir trauen ihr längst nicht mehr zu, dass sie uns außerhalb der Theatermauern erschüttert oder gar moralisch anleitet. Das geht sich in der globalisierten Welt der Sachzwang-Systeme schon allein deshalb nicht mehr aus, weil die ökonomischen Verhältnisse so sehr ineinander verschachtelt sind, dass das Ziehen sauberer Trennlinien so ohne weiteres nicht mehr möglich ist. (Ein Beispiel wäre folgender Gedanke: Sozialsysteme und -fonds sind eine gute Sache. Damit sie aber mit dem Lebensstandard über Jahrzehnte mitwachsen können, müssen sie auch entsprechend veranlagt werden, also genau jenen Fonds und Seifenblasenkonstrukten zugeführt werden, welche für Finanzkrisen und Sozialstaatsdesaster verantwortlich sind und unsoziale Verhältnisse schaffen. Ich hatte vor ein paar Monaten das Vergnügen mich näher mit Risikoveranlagungen von SVA-Pflichtbeiträgen auseinanderzusetzen. Desillusionierend, kann ich nur sagen, oder etwas polemisch auch: Sozialhedgefonds.) Es gibt – und damit müssen wir uns abfinden – in der heutigen Welt Widersprüchlichkeiten, die für den einzelnen, aber auch für ganze Gesellschaften nicht aufzulösen sind – wie auch immer die politische Bewusstseinslage gestaltet ist. Auch notwendige Maßnahmen wie etwa eine globale Finanztransaktionssteuer könnten die prinzipielle systemische Schieflage wohl nur abmildern, aber nicht beseitigen.

Damit bin ich nun endlich beim aktuellen Aufhänger dieser Geschichte angelangt, und zwar bei Roland Düringers “Wut“-Auftritt in der ORF-Donnerstagnacht bei Alfred Dorfer. (Ich wage zu behaupten, dass diese 4 Minuten jetzt schon als eine Sternstunde des Fernsehens gelten können.) Düringers Rede kann nun weder der kühl-rationalen Didaktik-Konzeption Brechts zugeordnet werden und schon gar nicht einem unpolitischem Schenkelklopfer-Spottkabarett. Sie ist vielmehr ein Kind unserer Zeit mit all ihren Widersprüchen. Im Folgenden werde ich versuchen, die Sache Schritt für Schritt analytisch durchzugehen.

Zur performativen Ebene (des Kabarettistischen) wird ein politisches Programm mitgeliefert – nicht zwischen den Zeilen oder nach getaner Interpretationsarbeit, sondern ganz unmittelbar und wörtlich. Ruhig verlesen, hat die Rede das Zeug zum Manifest – bar jeden ironischen Untertons. Sie ist – um in den dramatischen Polen von Ästhetik und Diskurs zu verbleiben – die rationalisierende Exegese ihrer Performanz.

Ich will versuchen zu erklären, was ich meine. Das Video funktioniert als Umspringbild: die herausgeschriene Wut fördert grundlegende politische Forderungen einer zutiefst unzufriedenen Mittelschicht zutage, die mit eingespielten politischen Handlungsmustern (links-rechts, populistische Versprechungen etc.) nicht mehr abgespeist werden will. Das Gefühl der Wut bringt explosiv zur Sprache, was falsch läuft. Das da wäre: Die politische Praxis entpuppt sich als Selbstzweck korrupter Interessen im Kartell von Banken und Politik. Um diese zu perpetuieren wurden “Hamsterrad-Automatismen“ geschaffen, eine davon wäre z.B. auch das oben von mir erwähnte Beispiel der “Sozialhedgefonds“. Dies ist Bild 1.

Bild 2 ergibt sich, wenn man den umgekehrten Weg wählt, also von der programmatischen Ebene ausgeht und von ihr auf die Wut schließt: Angesichts der Unentrinnbarkeit des “Hamsterrad“-Automatismus ist die politische Praxis unterhalb der Herrschaftsebenen mehr oder weniger wirkungslos geworden. Anders gesagt: Die Möglichkeiten zur Veränderung enden (spätestens) an der Festung der “Hamsterrad-Automatismen“. Dabei kann es sich nun aber um keine wirkliche Demokratie mehr handeln. (Genau das moniert Düringer.) Wenn man seine Stimme nun nicht mehr abgibt und in Urnen wirft, sondern behält, um zu “schreien“ und sich Gehör zu verschaffen, dann hat dies einen speziellen Grund: in den eingespielten politischen und zweckentfremdeten demokratischen Mechanismen kann das durch die Stimme symbolisch repräsentierte “Selbst“ politisch nicht mehr ausgedrückt werden: die “Hamsterrad-Automatismen“ haben ein (von vielen auch verinnerlichtes) Bild vom Menschen geschaffen, das ihn, wie Düringer es formuliert, als “Bioroboter“ begreift. (Die Analogie zur Funktion der Maschine in Franz Kafkas Erzählung In der Strafkolonie ist evident.) Die “Hamsterrad-Gesetze“ haben die Funktionen von “Geist und Seele“ ausgeschaltet. Innerhalb der Logik der Hamsterradsysteme, die – abgesehen von Banken-Politik-Kartellinteressen – nur mehr im “Wachkomabetrieb“ laufen, ist kaum Veränderung zum Guten zu erwarten. Um die Notwendigkeit zur Veränderung sichtbar zu machen, bleibt als Alternative nur mehr Verweigerung und Wut übrig. In etwa so sieht die Logik von Düringers Rede aus.

Die Wut ist nunmehr eine Folge der Erkenntnis, dass die den Menschen zur Verfügung gestellten demokratischen Möglichkeiten (Stimmen in Urnen werfen) so weit ausgehöhlt sind, dass sie ihre Wirkung verloren haben. All diese Erkenntnisse könnte man auch in einem Brecht-Stück so vorfinden. Der Unterschied zu Brechts epischem Theater besteht nun darin, dass bei Brecht immer emotio in ratio umgewandelt wird, hier aber auch ratio in emotio.

Der Grund dafür ist folgender: Die Brecht’sche katharsis sieht soziale, ökonomische etc. Probleme als eine systemische Sackgasse der (systemimmanent nicht zu reformierenden) kapitalistischen Gesellschaftsform an. Dementsprechend wird gleich eine Alternative in Form eines umspannenden (marxistischen) Lösungsansatzes in Aussicht gestellt: ein neues System, die klassenlose Gesellschaft. Um sie zu erreichen, bedarf es, so die marxistische Theorie, zunächst einer kollektiven Umwandlung von emotio in ratio, sonst wird es nichts mit der Revolution. Wenn sich nämlich jeder für sich selbst abreagiert, ist das revolutionäre Potenzial im Kollektiv schnell verpufft, das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Genau dem versuchte Brecht durch epische gezielte Emotionshemmung vorzubeugen: die Erkenntnis soll sich nicht im ästhetischen Genuss erschöpfend verzehren (man weint im Theater, aber wenn man draußen ist, sind die Tränen getrocknet), sondern konserviert bleiben und über das Bewusstsein nachhaltig und v.a. außerhalb des ästhetischen Framework wirken. Das klingt zugegebenermaßen für heutige Bewusstseinsverhältnisse antiquiert.

In der Tat: An die Möglichkeit ganz anderer besserer Systeme und auch an Revolutionen glauben wir aus den verschiedensten Gründen nicht (mehr). Also bleibt uns nur, uns im Theater abzureagieren oder die Wut auf die Bühne zu holen. Genau das hat Düringer getan. Bürgerinitiativen haben diese Möglichkeit meist nicht, sie müssen einen anderen Zugang wählen. Meist wird dabei vom Partikularen ausgegangen und (in der Folge) auf ein Ganzes geschlossen. So etwa war es rund um die Stuttgart 21-Bewegung zu beobachten: der konkrete Anlass, das Bahnprojekt, wurde alsbald als als pars-pro-toto wahrgenommen, als Sinnbild für ein morsches Gesamtsystem. Erst an dieser Stelle kommt neben der Unzufriedenheit auch die Wut als Kategorie des politischen Handelns ins Spiel.

Ein alternatives System zu propagieren, maßen sich die heterogenen (und ideologisch nicht auf einen Nenner zu bringenden) Wutbürgerbewegungen nicht an: anders als noch ein Jahrzehnt zuvor – zumindest in Ansätzen – die Attac-Bewegungen. An dieser Stelle ergibt sich nun eine gigantische Ambivalenz: wenn man Fehlentwicklungen als systemische Fehler erkannt (“Hamsterrad-Automatismen“) hat, aber nicht den Umsturz des Systems fordert, dann ist die Wut v.a. eines: Ausdruck eines Gefühls der Ohnmacht. Wer diese Sichtweise vertritt, verkennt aber eines: die Konstruktion von Öffentlichkeit hat sich in den letzten Jahren von Grund auf gewandelt. Das Bildnis einer aktiven Politik und einer passiven Öffentlichkeit (passiv mangels direkter Interventionsmöglichkeiten und Artikulationsmedien) jenseits von outspoken activists ist so nicht mehr aufrechtzuerhalten. Auch wenn das Schlagwort von der “partizipativen Öffentlichkeit“ insgesamt ein schwammiges ist, so dürfte doch feststehen, dass wir heute v.a. dank der digitalen Möglichkeiten von Vernetzung, Meinungsäußerung und Mobilisierung in einem öffentlichen (Cyber-)Raum auch als Einzelne größere Partizipations- und Einspruchsmöglichkeiten in politischen Diskursen haben als früher, obwohl natürlich auch in diesem Punkt Vorsicht geboten ist. (Diesen Aspekt mit all seinen Widersprüchlichkeiten en detail auszubreiten, würden den Rahmen dieses Textes aber vollends sprengen.) Wichtig ist v.a. das Ergebnis dieses Transformationsprozesses von “Öffentlichkeit“: Der gap zwischen Politik und Bürgern hat sich merklich verringert. Um Unzufriedenheit zu äußern, ist heute nicht mehr so stark wie früher die Repräsentation durch einzelne Zamapanos vonnöten – auf diese Weise funktioniert der Rechtspopulismus seit 25 Jahren (“ER hat Euch nicht belogen, ER wird für Euch…) Das Rezept: die Frustration durch das Schüren von Ressentiments weiter steigern, via Anführerkult “Denkzettel“ für “die da oben“ versprechen – so ließen und lassen sich die Stimmen vieler unzufriedener Menschen ergattern. (Ist man einmal oben, braucht man die einst polemisch vorgetragenen Forderungen “gegen den Filz“ ja nicht mehr ernst nehmen. Das ist die Erkenntnis der Zeit zwischen 2000 und 2006… Aber das ist eine andere Geschichte)

Der Düringer’sche “Wutbürger“ behält lieber die Stimme für sich und schreit. Im Wissen, dass es viele sind, vertraut er darauf, dass der Chor auch gehört wird. Denn natürlich werden die Möglichkeiten direkter Bürgerpartizipation niemals die repräsentative Demokratie ersetzen können. Aber ethischen Druck auf die repräsentative Demokratie ausüben können diese ungefilterten Stimmen sehr wohl. (Genau um diese Thematik ging es in meinem vorgestrigen Blogpost.) Auch wenn man sich dessen bewusst ist, dass die imperfekten Systeme im “Wachkomabetrieb“ wohl nicht von Grund auf reformiert werden können.

Wenn der Handlungsspielraum als insgesamt eingeengt wahrgenommen wird, den Vertretern der repräsentativen Demokratie aber nicht mehr zugetraut wird, dass sie den geringen Aktionsradius (frei von Hamsterrad-Interessen) sinnvoll nützen, dann schlägt die Wut zu. Konstruktiv und (meist) auf sachlicher Ebene. So begann Stuttgart 21.

Zum Abschluss möchte ich auf die performative Ästhetik von Düringers Wutrede eingehen: Anhand der noch zu Beginn des Stückes zu vernehmenden Lacher im Publikum und auch auf Grund des vorangehenden kabarettistischen Geplänkels zwischen Düringer und Dorfer (Vorname “Geht Sie nix an“, Nachname Düringer), ist die automatische Erwartungshaltung des Zuschauers (auch vor den TV-Geräten bzw. Computerbildschirmen) wohl die, dass nun eine Satire kommt, eine Wutbürger-Parodie. Eine Parodie baut in den meisten Fällen auf Distanz zum Parodierten auf. Sehr rasch wird hier aber klar, dass Düringer auf die Persiflage verzichtet, auch wenn diese auf Grund der zuvor beschriebenen Ambivalenzen sehr leicht möglich wäre. Die Rede ist zwar auch eine Karikatur, aber v.a. hat sie affirmativen CharakterDieser Effekt ist durchaus ungewöhnlich. Und Düringer treibt es auf die Spitze. Er geht sogar soweit, dass das Publikum am Ende (abgesprochen oder nicht) in den Schlachtruf “wir sind wütend“ einstimmt – ganz so als stünde der Sturm auf die Bastille erneut bevor, als würden wir noch an Revolutionen glauben – während man in Wahrheit im TV-Kabarett sitzt. Auf diese Weise wird das Ganze wieder zu Karikatur, denn ein klassischer revolutionärer Gestus mit erhobener Faust passt eben nicht zu einem Wütenden, der Ideologen prinzipiell misstraut. (Es wäre so, als würde man wild mit einer Pistole drohen und gleich dazusagen, dass sie nicht geladen ist.) Walter Gröbchen hat bei Facebook die Frage gestellt, ob der Auftritt parodistischer Natur ist, “oder [...] es ihm [Düringer]gar ernst ist“. Ich meine, beides ist zugleich möglich. Ganz ohne Gesichtsverlust. Corinna Milborn, hat, ebenfalls in Facebook, sehr schön die Ambivalenz auf den Punkt gebracht, dass im Falle Düringers eine Parodie als ernst rezipiert wird, während eine ernst gemeinte Erklärung, in Gestalt des Auftritts von Finanzministerin Maria Fekter in der WU-Wien, als Parodie rezipiert wird.

Man kann m.E. soweit gehen und sagen, dass es gerade die Ambivalenz ist, die Düringers Rede letztlich so ernstzunehmend macht. So nämlich erhebt sie sich – in Anlehnung an den philosophischen Begriff von der “kritischen Solidarität“ – zur parodistischen Solidarität. Würde die Ambivalenz ausgeblendet bleiben oder gar Brechtianisch “vereindeutigt“, dann bliebe dem Stück wohl der Zugriff auf unsere eigenen ambivalenten Wahrnehmungskategorien bzgl. der (politischen) Gegenwart verwehrt. Die Rede würde als Parodie schlechthin rezipiert.

Nicht zuletzt auch passt sich die Form der Darstellung dem vorgestellten Inhalt an, denn die Wut ist unter den Gefühlen wohl das ambivalenteste: sie ist rückwärts- und vorwärtsgewandt zugleich. Sie stellt eine Quittung für Vergangenes aus, und sie fordert zugleich Zukünftiges. In diesem Sinne kann ich, gerade in Zeiten voller Ambivalenz, Tocotronic nur zustimmen, wenn sie singen: “Im Zweifel für den Zweifel // Das Zaudern und den Zorn.“ (TocotronicIm Zweifel für den Zweifel, Album: Schall & Wahn, Vertigo Records, 2010)

PS: Der oben stehende Text zählt 2345 Wörter. Damit ist er immerhin noch um 23566 Wörter kürzer als die EU-Verordnung zum Import von Karamellbonbons. Auch diese Erkenntnis verdanke ich – neben vielem anderen – Roland Düringers Wut.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

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3 Antworten zu Die parodistische Solidarität: Roland Düringers Wutrede

  1. JonDo schreibt:

    Die EU-Verordnung zum Import von Karamellbonbons gibt es nicht. Dieser Spruch wird einem gewissen Hauser zugeordnet, ein deutscher Journalist, gestorben 2004 und wurde schon öfters wo benutzt.

  2. medienleiter schreibt:

    Echt? Dann bin ich RD wohl auf den Leim gegangen. Umso schöner! :-)

  3. Pingback: Die neue Wutbürgerlichkeit: Ein wirksames Gegenmodell zum Rechtspopulismus? | medienleiter

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